MAK

Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

geschichte bedeutsame Werke der Kunstindustrie hervorzurufen, 
Kunstwerkstätten zu begründen oder erweitern zu helfen, junge 
Künstler auf Studienreisen zu entsenden, das Auftreten des Kunst- 
handwerks auf den Ausstellungen im In- und Auslande zu erleichtern 
und zielsicher zu leiten und auch die Entwicklung und Tätigkeit der 
nach dem Muster des Wiener Instituts in den Königreichen und 
Ländern erstandenen Kunstgewerbemuseen tatkräftig zu fördern. 
Kaiser Franz Joseph hat durch die Errichtung des Museums, der 
Kunstgewerbeschule und der zahlreichen, über ganz Österreich ver- 
breiteten Fachschulen und Gewerbeförderungsinstitute, wie durch 
die Fülle monumentaler, künstlerischer und handwerklicher Arbeit, 
welche durch die Stadterweiterung ausgelöst wurde, den_Grund 
gelegt zu völliger, in raschen Fluß der Entwicklung gelangter Neu- 
gestaltung der heimischen Arbeit, die in steter Läuterung von Lehre 
und Praxis wieder, wie es dereinst war, zu einer Quelle des Wohl- 
standes und einem hochwichtigen Faktor der Volkswirtschaft ge- 
worden ist. 
Sein tiefer sittlicher Ernst, seine edle, reine Auffassung vom 
Werte strenger, unermüdlicher, sachlicher Arbeit, sein fester Glaube 
an Unerschöpflichkeit und Gestaltungsfähigkeit der in den österrei- 
chischen Völkern ruhenden Kräfte, sein unerschütterliches Vertrauen 
zur geschichtlichen Sendung unseres Vaterlandes möge als Mahnung 
und Vermächtnis des dahingeschiedenen Kaisers lebendig bleiben 
und nachwirken. Dann wird sich das Wort des alten österreichischen 
Historikers wieder bewahrheiten, das er über den mächtigen Auf- 
schwung der Geister zu Beginn der gefahrumdrohten Regierung 
Maria Theresias gesprochen und dessen Erfüllung Kaiser Franz 
Joseph auch für seine Epoche mit heißem Bemühen erstrebt hat: 
daß fortschreitende Entwicklung jeder Zeit nur von der Stärke und 
Festigkeit ihres Willens abhängig ist!
	        

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