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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

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Praller und die Kreise, die hinterihm standen, wichen aber nicht zurück. 
Wie unangenehm der Regierung die Verhältnisse schon waren, sieht man 
aus der Erledigung eines Gesuches eines gewissen Eustachius Och (bezeich- 
net als „schwarzer Seidenfabrikant") um die „förmliche Landesbefugnis"."' 
Um die mißvergnügten Posamentierer und andere zu 
beruhigen, wird das Gesuch abgelehnt; doch sollen, weil 
man eigentlich gegen die Bewilligung nichts hat, einige 
vertröstende Worte in die Ablehnung hineingenommen 
Abb. m5. Seidenband, 
in Art der "Brillant- 
stoffe", schwarzer 
Grund, absatzweise mit 
je zwei farbigen Schüs- 
(Österreichisches 
Museum) 
sen. 
werden. Dann gibt man aber 
auch diese Absicht wieder auf, 
weil man fürchtet, Och könnte 
diese Worte für eine Ermun- 
terung zu schnellerem Ein- 
reichen eines Rekurses halten. 
Im Jahre 1797 bitten nun 
„die hiesigen, zur Schub- und 
Mühlarbeit befugten Bandfa- 
brikanten" neuerdings in einem 
Majestätsgesuch „sich entwe- 
der in ein ordentliches bürger- 
liches Mittel, oder aber we- 
nigstens in ein bürgerliches 
Grömium, nach Art der hiesigen 
Handelsleute . . . vereinigen" 
zu dürfen. Da findet die Re- 
gierung endlich entschiedenere 
Worte. In einem Bericht aus 
dem Jahre 1798 H heißt es, 
Praller wolle eigentlich, „daß 
künftig keine neuen Befugnisse 
erteilt werden sollten". Jedoch 
wollten sich weder die große 
 
Abb. x06. Seidenband, weiße Seide 
mit farbig bruschierten Stellen. (Öster- 
reichisches Museum) 
Penzinger Fabrik noch auch mehrere arme Bandarbeiter 
der Willkür eines Vorstehers unterwerfen. Es genügten 
auch die Gesetze vom Jahre 1774 vollständig, um das 
Verhältnis zwischen Meistern, Gesellen und Lehrjungen 
zu regeln. Man habe genug der unangenehmen Erfahrungen mit den 
Streitigkeiten bei den Seidenzeugfabrikanten gemacht. Auch wäre es ganz 
ungerechtfertigt, wenn der Magistrat sogar bei Mühlstühlen keine Frauen- 
arbeit dulden wolle, wo jetzt (im Kriege) doch solcher Männermangel herrsche. 
Auch sei die häusliche Arbeit der Familien, ohne vorangegangene 
besondere Lehre der Ausübenden, sehr wichtig; hier „muss man nur 
i" 25 ex Januario 796. 
W 8 ex januario 798,
	        

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