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Volltext: Monatszeitschrift XIX (1916 / Heft 11 und 12)

betrieben hatte")," dann Bauer, Pfeifer, Bairle, Dragendorf" und Thaddäus 
Schack („der vierzig Stühle besaß"), als Auswärtige Zouba, später Rötzer 
in Stockerau "i" und Iselin in Mödling". 
Es werden bei Keeß dann einige „nicht unbedeutende" Seidenband- 
fabriken in den Provinzen (zum Beispiel in Prag) erwähnt, besonders im 
1ombardisch-venezianischen Königreiche solche zu Padua, das durch seine 
schönen glatten Bänder bekannt sei, und in Mailand. 
sie auch einen sicheren Kähnel und Grob aus der Schweiz hereingezogen und unterstützt und die Fabrik zu 
einer Zeit errichtet hätten, „wo die Verbothgesetze noch nicht bestanden". 
Im Jahre 1786 hören wir von einem Gesuch des l-landlungshauses Gundian zur Errichtung einer Florett- 
band- und Galonfabrik und um 6000 G. Vorschuß. Es wird die ordentliche Fabriksbefugnis erteilt, nicht aber 
der Vorsehuß bewilligt (a4 ex Nov. 1786). - Im nächsten Jahre wollten die Erben einen Teil des ehemaligen 
Dominikanerparkes ("seitwärts im Erdberggässel") zum Schätzungspreise zur Errichtung der Fabrik erwerben. 
werden aber auf die Versteigerung hingewiesen. (Es ist die Zeit der Josephinischen Klosteraufhebungen.) Doch 
ist der Kaiser geneigt, für die Erweiterung der Fabrik zur Herstellung von Florettbändern und Rollgallonen, die 
in Österreich noch sehr mangelten, einen Vorschuß von 8000 B. zu bewilligen (43 ex Febr. 787). 
Sehr sonderbar ist eine Nachricht des Jahres 1793: „Den Johann Köruig und Joseph Gundian wird ver- 
wiesen, dass sie sich ungegründeter Weise, unterstanden haben, Beschwerde wider die Einfuhr ausländischer 
Sammetbinder vorzubringen, von welcher doch keine Rede ist." Das Majestätsgesuch vom 8. November 1793 
war unterzeichnet "Job. Georg Körnig und Josef Franz Gundian Sel. Erben". 
Im Jahre 1796 ist eine Galletseidenspinnerei des Hauses Gundian erwähnt, die 256 Menschen beschäftige. 
Es werde meist hanatische und ungarische Auswurfseide verarbeitet. (Wert jährlich 8000 tl.) In der Bandfabrik 
erzeugten 316 Menschen auf 3c Stühlen jährlich Ware für 60.000 83 Sie haben auch Schweizertüchel und 
Neapolitaner Flure eingeführt. 
Dann Findet sich hier die zu Beginn der Anmerkung angeführte ältere Tätigkeit des Hauses erwähnt, und 
es wird WtilGf bemerkt, beinahe noch wichtiger sei, daß sie „die Seidenverfeinerung der Auswurfseide auf ihre 
Kosten eingeleitet haben" (50 ex Junio 786). Aus dem Jahre 1801 haben wir ein Dekret an die niederöster- 
reichische Regierung „wegen einer Abschlagszahlung des Ärarialvorschusses an die Gundianischen Erben" 
gefunden (14 ex Dec. 801). 
' Bei Demian (siehe hier Seite 469) „Aumilller und Huber". 
i" Friedrich Dragendorf (Dragedorf, Tragendorf) erhält im Jahre 1784 eine Unterstützung zur Ver- 
größerung seiner Fabrik, da er „einer der arheitsamsten und wirtschaftlichsten Bandfabrikanten alhier 
sey" und inländische Lehrjungen sorgfältig ausbilde, und weil in den Erbliindern noch immer zu wenig 
Florett- und Zwilchbänder und Rollgallonen fast gar nicht erzeugt würden" (80 ex Junio 784). 4 Das Handels- 
haus Gundian bietet für ihn Bürgschaft (6 ex Julio 785). - Eine größere Unterstützung empfängt er im 
Jahre 1785, weil noch immer zu wenig Florettbiinder erzeugt würden; er soll es auf 30 Stühle bringen (19 ex 
Junio 786). Irn Jahre 1788 erfahren wir, daß er 7z Menschen beschäftigte und für 28.000 H. jährlich erzeugte 
(19 ex Majo 788). 
w" Im Akt 49 ex Sept. 788 heißt es: „Franz Xaveri Ratzer und Hubert Kirchmayer, Inhaber der privile- 
girten Bandfabrik nächst Stoclterau" und im Akt 29 ex Dec. 791 „Franz Razer und Hubert Kirchmayer". Die 
niederösierreichische Regierung empfiehlt als Belohnung für ihre Verdienste die Erhebung beider in den Adels- 
stand. (Siebe hierzu die Anmerkung " auf Seite 418). 
(38 ex Febr. 778.) Michael Franz Z0uba, bürgerlicher Handelsmann bittet um Erlaubnis, die Seiden- 
bandfabrikatur auf eigenen Namen treiben zu dürfen. Wird als „unbedenklich" gewährt. Er betrieb bis dahin die 
Erzeugung der Seidenbänder „mittelst des Bandfabrikanten Leopold l-Iörbst (l-lerbst)". - (72 ex Dec. 784.) 
Bericht wegen der von dem Hemalser Seidenbandfabrikanten Zaube verweigerten Sternpelung seiner Erzeugnisse. 
Er soll sich sofort fügen „und den sich selbst beigelegten Stempel an das Kreisamt abgeben". - (30 ex Janu- 
ari0 783) bittet um einen eigenen Fahriksstempel; wird ihm für gewisse Stücke einmal gestattet. (Vgl. „Eigen- 
stempel" hier Seite 44g, Anmerkung") - (190 ex Oct. 785.) Z0uba erhält eine größere Unterstützung, damit er 
seine Fabrik bis 1787 auf 100 Stühle erweitern und neue Seidenbandgattungen herstellen könne. Die Unterschrift 
eines Majestätsgesuches vom 10. November 1787 lautet „Michael Franz Z0uba, Inhaber der k. k. priv. Seiden- 
und Floretband Fabrique im Schottenfeld, bestehend in 100 Mühlstühlen" (73 ex Dec. 787). - (39 ex Sept. und 
49 ex Nov. 738.) Die Regierung schildert den Zustand der Zoubaschen Schweizerbandfabrik. Z0uba selbst wird 
als tot bezeichnet. Trotz des Todes, des Krieges und verschiedener Schwierigkeiten, besonders der Seidenteurung, 
werden von dem Vormünder Franz Strudel 75 Mühlstühle betrieben. 83 Menschen beschäftigt und Waren für 
87.000 d. jährlich erzeugt. Z0uba selbst wird sehr gerilhmt. - (41 ex 789.) Hofgesuch des Josef Vogel- 
huber, Kurators der Zouhaschen Kinder, um Nachsicht des Ärarialvorschusses. - (38 ex Martio 790.) Den 
Zoubaschen Kindern wird die Fabriksbefugnis so lange belassen, „als sie das Werk in fabriksmäßigem Stande 
fortsetzen".
	        

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