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Volltext: Monatszeitschrift II (1899 / Heft 8)

sowie die Bildung förmlicher Flechtungen 
durch den sogenannten Augverband 
charakterisiren die bei Herstellung der 
Kreuze aus der zweiten Hälfte des XVI. 
und dem Beginne des XVII. Jahrhunderts 
übliche Schmiedetechnik. Die freien Endun- 
gen dieser älteren Grabkreuze sind grössten- 
theils durch kunstvoll hergestellte tulpen- 
förmige Blumen, deren Blätter mehrfach 
gothische Abspitzungen erkennen lassen, 
'- geziert, wobei die einzelnen Blattgruppen 
an das Stabende geschweisst sind. Unter- 
halb derartiger Endungen des Kreuz- 
stammes finden sich bei den Kreuzen 
mittelalterlichen Stils Fähnchen aus Eisen- 
blech angebracht, welche ursprünglich 
wohl in den Farben der Osterfahne bemalt 
waren. An Stelle dieses Auferstehungs- 
Symbols tritt bei den Grabkreuzen der 
Renaissance die im Umriss aus Eisen- 
blech geschnittene bemalte oder vergoldete 
Figur des Erlösers, welche den oberen 
Abschluss bildet. 
Das aus Rundeisen hergestellte Ran- 
kenwerk älterer Grabkreuze ist stellenweise 
e e- durch angeschweisste Flachstücke in den 
XVIII-J-hrhunden-Sßblindßß Formen von Blattkelchen und Figuren 
belebt, wobei keine Treibarbeit zur An- 
wendung kam, sondern ausschliesslich durch 
Schrotten oder Punziren die Contouren und 
Zieraten innerhalb der Fläche zur Geltung 
gebracht wurden. 
Dieser Verzierungsweise solcher Ranken 
reiht sich am Beginne des XVII. jahrhunderts 
die an, bei der durch Flachschlagen einzelner 
Stellen des Rund- oder Stabeisens kleine 
einfach abgerundete Blätter entstanden. 
Hierauf folgen dem Zeitpunkte ihrer Herstellung 
nach frei getriebene an die Ranken geschweisste 
oder durch Eisenringe („Bünde") befestigte 
Blätter mit geschroteten Rippen. xvm. Jahrhundert, Niederdorf 
 
	        

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