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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 12)

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Auffallend sind auch wieder 
die reichen geometrischen Füll- 
muster, die wohl im XV. Jahr- 
hunderte, eben unter ostasiati- 
schem Einfiusse, in Europa ver- 
breitet sind, aber gerade um das 
Jahr röoo, auf das sonst das 
Muster hinweist, nicht solche 
Bedeutung haben („Künst- 
lerische Entwicklung der 
Weberei und Stickerei . . .", 
Seite 220) ; doch möge hierauf 
nicht zu viel Gewicht gelegt 
werden, da solche Füllungen 
hie und da eben auch inEuropa, 
Seidenstoff, blauer Grund mit Braun, Lila und glattem Papier- auf älterer, vielleicht auch auf 
goldeq U2 d" natumchm Größc neuerer, ostasiatischer Beein- 
Hussung beruhend, vorkommen und selbständig weitergewirkt haben können. 
Aber auch die Hauptzeichnung selbst ist, trotz ihrer europäischen Grund- 
form, doch etwas bizarr und fremdartig und erinnert wohl unwillkürlich an 
Ostasiatisches. 
Mir persönlich will es scheinen, daß wir hier Stoffe nach euro- 
päischem Muster vor uns haben, so wie Savary (V., 1284) von „damas tra- 
vailles sur des dessins donnes", von chinesischen gestickten Gewändern 
„dont les Europeens ont porte les patrons a la Chine" (a. a. O. V., 1262) 
und von „porcelaines faites sur des 
modeles donnes" spricht. Ich erinnere 
auch daran, daß schon oben, in diesem 
Falle mit Beziehung auf Hayashis 
Feststellung von japanischen Nach- 
ahmungen „holländischer" Stoffe zu 
Beginn des XVII. Jahrhundertes ge- 
sprochen wurde. 
Es scheint mir diese Erklärung 
jedenfalls mehr innere Wahrschein- 
lichkeit zu haben, als wenn wir an- 
nehmen wollten, daß in Europa mit 
chinesischem Goldfaden gewebt wurde. 
Doch möchte ich mit dieserVermutung 
nur die Anregung zu weiterer For- 
schung gegeben haben. Dagegen halte 
ich die Zuweisung des Maastrichter 
und des entsprechenden Wiener Seidenswa, Gelb aufmm 
Stoffes an die chinesische (allenfalls u, a" natürlichen Größe 
 
 
	        

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