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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 12)

webte (?) Perlen. Auch die Färbe- 
kunst ist hochentwickelt; unter Ten- 
tschi brachten japanische Gesandte 
kunstvoll gefärbte Stoffe als heimat- 
liche Erzeugnisse in das Ausland. 
Unter den verschiedenen Modell- 
druck- und Färbeverfahren wurde 
bereits dasbatikartige (Wachsdeck-) 
Verfahren geübt, über das in dem 
eben erwähnten Aufsatze" näher 
gehandelt wurde. 
Wir gehen wohl nicht fehl, 
wenn wir die Erzeugung der ost- 
asiatischen gefärbten Stoffe, be- 
sonders der batikartigen, mit Indien 
in Zusammenhang bringen. Als Bei- 
Spiel eines Typus  das auf Seite Aus einem Gemälde des Chinesen Lu Hsin-Chung, etwa 
630 oben dargestellte und noch zu Ende des XIII. Jahrhunderten (nach Tijlmi V r6) 
besprechende Stück dienen. Unter der Vorherrschaft der Fujiwara (893 bis 
m85) bemühten sich besonders die Kaiser Uda und Daigo, Sutoku I. und 
Goshirakowa I. um die Hebung der Textilkünste; manche Provinzen zahlten 
ihren Tribut durch Gewebelieferung. Aus der Blütezeit der Fujiwara hat uns 
auch die Literatur zahlreiche und ausführliche Beschreibungen wundervoller 
gewebter und gestickter Gewänder überliefert; für den Glanz der Hofkleidung, 
die abwechslungsreiche Pracht der Gewebe fand man nicht genug Worte 
des Rühmens. 
Als besonders eigentümliche Erzeugnisse mehrerer Provinzen werden 
Brokate mit zwei Schauseiten hervorgehoben; sie waren anscheinend mit 
kleinen Blumen gemustert. Auch werden neben Stoffen in chinesischer solche 
in koreanischer Art erwähnt, wobei ich daran erinnern möchte, daß auch 
die koreanische Töpferei dieser Zeit besondere Bedeutung erlangt hat, wie 
schon ihr, von D. Fouquet nachgewiesener, früher Einfluß auf die vorder- 
asiatisch-ägyptische Keramik beweist. 
In den Bürgerkriegen, die auf die Zeit der Fujiwara folgten, geriet mit 
allen übrigen Tätigkeiten des Friedens naturgemäß auch die Textilkunst in 
Verfall. Als ToyotomiI-Iideyoshi gegen Ende des XVIJahrhunderts das Reich 
wieder zur Ordnung brachte, wandte er seine Fürsorge auch der Weberei 
in hohem Grade zu und ermunterte insbesondere dieWeber von Kyoto, denen 
er einen eigenen Stadtbezirk zuwies. Man schloß sich bei dieser Wieder- 
erweckung der Kunst zunächst an einen aus China eingewanderten Weber 
an, später gehen Japaner nach China, um die dortige Weberei an Ort und 
Stelle selbst kennen zu lernen. 
 
 
ä „Kunst und Kunsthandwerk" (1905, 
SeidenstoH von einem Kakemono (nach Tajima, VII 33) jänner), Seite 89. 
83'"
	        

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