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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 12)

was; 
losgelöst von den übrigen 
Erscheinungen der Kultur 
natürlich nicht richtig zu 
erfassen vermöchte. Im all- 
gemeinen kann man in der 
Kunst dieser Zeit eine 
außerordentliche Verfeine- 
rung der künstlerischen 
Mittel und aller Einzelheiten 
gewahren, aber auch einen 
gewissen Mangel an größe- 
rer Auffassung, wie dies 
selbst bei einem Künstler 
von der Bedeutung Ogata 
Körins (1660 bis 1716) nicht zu verkennen ist. So wie dieser Maler auch für 
zahlreiche kunstgewerbliche Gegenstände, besonders Lackarbeiten, Entwürfe 
verfertigt hat, haben gewiß auch an der künstlerischen Entwicklung der 
Textilkunst hervorragende Künstler mittelbar oder unmittelbar teilgenommen. 
Ebenso wird sich sicherlich auch auf diesem Gebiete die Steigerung der im- 
pressionistischen Richtung und dann in der zweiten Hälfte des XVIII. jahr- 
hundertes die Tätigkeit der naturalistischen Schule, die dem überwuchernden 
Impressionismus gegenüber mehr Gewicht auf Wahrheit als auf Stimmung 
legte, kenntlich gemacht haben. Auch wird sich die Zunahme der Üppigkeit 
und des Wohllebens in der langen Friedenszeit, die sich in der Malerei durch 
Vorliebe für pikante Gegenstände zu erkennen gab, gewiß auch im Gegen- 
ständlichen der Entwürfe für Textilarbeiten nicht selten verraten haben. 
Um die Mitte des XVIII. Jahrhundertes soll jedoch ein auffälliger Rück- 
gang der Textilkunst - und wohl der ganzen japanischen Kunst - 
begonnen und durch etwa 40 jahre angehalten haben; immerhin werden 
selbst in dieser Zeit auch außerhalb Kyotos noch tüchtige Arbeiten ge- 
schaffen. 
Das um die Mitte des XVIII. jahrhundertes erüossene Verbot, Blumen- 
Stoffe außerhalb Kyotos zu weben, scheint nicht mit den Luxusgesetzen des 
älteren Europa auf eine Stufe gestellt werden zu dürfen; es scheint sich viel- 
mehr um eine vorübergehende monopolistische Maßregel zu Gunsten eines 
bestimmten Ortes gehandelt zu haben. 
Wirkliche Luxusgesetze werden in den Dreißiger- und Vierzigerjahren 
des XIX. jahrhundertes erlassen; einen Vorteil aus ihnen scheint die Er- 
zeugung von Baumwollstoffen gezogen zu haben. 
In der ostasiatischen Kunst hatte sich neben dem jeweilig neuen stets ein 
großer Teil des alten Kunst- 
bestandes lebenskräftig er- 
halten; doch kann man seit 
 
Aus einem Gemälde des Chinesen Lu Hsin-Chung (nach Tajima X 12 b) 
 
_ Seidenstoff von einem Kakemono, wohl chinesisch, 
dem Beginne des XIX- Jähf- XlL-Xlll. jahrhundert (nach Tajima x a)
	        

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