MAK

Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 2)

Venezianer Reliefspitze, gegen K3 d. n. Gr. (K. k. Österreichisches Museum) 
 
Kirche von Mistelbach darstellt und noch herrenlos ist. Die Erwerbung für die Moderne 
Galerie ist angeregt und in der Tat wünschenswert. Von großem Reiz sind manche der 
Studien, darunter sehr intime Blätter in bunten Kreiden. Das Ganze ist ein höchst sym- 
pathisches Lebens- und Strebensbild. 
LTVVIENER BILDER. Der Österreichische Kunstverein, der jahrelang aus der 
Kunstbewegung ausgeschaltet war, rührt sich unter neuer Leitung wieder und hat 
kürzlich eine recht ansehnliche Ausstellung (x60 Nummern) älterer Wiener Malerei aus 
dem Privatbesitz gebracht. Daß es an solchem Stoff, selbst an unbekanntem, noch lange 
nicht fehlt, zeigt etwa der Umstand, daß hier zum ersten Male eine Anzahl Bilder Adalbert 
Stiüers, natürlich aus dem Besitze des hiefür spezialistischen Freiherrn Bachofen von Echt, 
ausgestellt ist. Sie sind übrigens bloß Vorläufer einer umfassenderen Stifter-Ausstellung, die 
in Wien gewiß so viel Interesse erregen wird, wie in Deutschland etwa eine Ausstellung 
von Bildern Gottfried Kellers. Unter den Ausstellern sind besonders die Herren Friedrich 
Schütz und Johann Ornstein gut vertreten. Letzterer bringt manches Kuriosum. So Daffin- 
gers zierlich durchdetaillierte Aquarellminiatur (von 1840) des orientalisch kostümierten 
Dr. Martin Honigberger aus Kronstadt in 
Siebenbürgen, Leibarztes des Rentschit 
Singh, Maharadscha der Sikhs, hinter dem 
sich unter anderen Ausfüllpapieren des 
Rahmens ein alter Stich dieses Porträts 
von C. Mahlknecht befand und zwar mit 
einem ähnlichen Stich des Maharadscha 
selbst, so daß augenscheinlich auch dieser 
von Daflinger gemalt war. Derselben 
Sammlung gehört die Studie einer Kirchen- 
türe an, die der Besitzer richtig als Fendi, 
und zwar für den Schauplatz des Bildes 
„Der Säemann" erkannt hat, das 1906 bei 
der Versteigerung des Dr. Alois Spitzer in 
die kaiserliche Sammlung übergegangen 
ist. Interessant ist ferner eine kleine, duftig 
kolorierte Zeichnung Tremels (1848), die 
den jungen Kaiser mit Gefolge nach der 
Natur darstellt. Ferner ein großes Aquarell- 
blatt von Wessely: „Galaausfahrt des 
Kaisers Ferdinand" (Sammlung Schütz), 
_ _ _ Porzellanteller, 
wo der Burghof mit Hunderter: winziger Wien. vor a" Marke (x. k. Österreichisches Museum) 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.