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Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 2)

gepflanzt, . . . hat Schön, stark 
und vil Volck, das rauch lebt und 
gleichwol nit Arm ist" und so 
weiter. 
Der Ausdruck von Wohl- 
habenheit und guter Ordnung der 
Verhältnisse gibt sich überall im 
Hausbau deutlich zu erkennen. Die 
heute noch bestehenden ältesten 
Wohnhausbauten dürften zwar 
wohl kaum ein Alter von drei- 
hundert Jahren überschreiten, in- 
des zeigen schon diese, wenn 
auch umfänglich nicht im glei- 
chem Maßstab wie die Bauten 
des XVIII. und der Frühzeit des 
XIX. Jahrhunderts, eine Art der 
Anlage, die typisch geworden ist 
für das ganze Land, das bis zum 
Jahre 1785 nur durch zwei Saum- 
wege, jenen von Dornbirn über 
die Loosen und den von Schwarz- 
ach über die Lorena zugänglich, 
mithin ziemlich weltabgeschlossen Ehemalig Feuersteinsches Haus in Schwarzenberg 
war. Fremden EinHüssen war da- 
mit, obschon nicht weit abseits die uralte und vielbefahrene Heerstraße rhein- 
talaufwärts vorüberzieht, der Eingang nicht leicht gemacht. 
Wes Ursprungs die Bregenzer Wälder sind, ist meines Wissens nicht 
eruiert. Flurbezeichnungen und Familiennamen sind durchwegs deutsch. 
Romanische Namen, wie sie im übrigen Vorarlberg, im Montavon, im Wall- 
gau, selbst in dem von deutschen Einwanderern besiedelten Walsertal, über- 
all vorkommen, finden sich nur äußerst spärlich. Die Endigung der Orts- 
narnen auf „au" und „egg" oder „bach" hat mit dem Romanischen, das 
als lebende Sprache nach den Angaben der Sprecherschen Chronik noch im 
XVII. Jahrhundert in einzelnen Teilen Vorarlbergs existierte, nichts zu tun, 
ebensowenig die Familiennamen Meusburger, Feuerstein, deren Vertreter 
nach Hunderten zählen, ein Beweis dafür, daß die Bevölkerung von einigen 
wenigen ursprünglichen Ansiedlern abstammt. Auffallend ist allerdings der 
Umstand, daß die Erscheinung des Volkes nichts Deutsches hat. Der 
schlanke, vielfach geradezu schöne Wuchs der Mädchen und Frauen, die 
regelmäßige Bildung der Gesichtszüge, die dunklen Augen, das weitaus vor- 
herrschend schwarze Haar deuten nicht auf Abstammung von germanischem 
Blute. Gewiß darf man in der vielfach äußerst regelmäßigen Hausanlage, die 
zuweilen eine ganz streng durchgeführte Gliederung nach Achsen aufweist, 

	        
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