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Volltext: Monatszeitschrift IV (1901 / Heft 4)

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_ haft concipirte Intarsia das 
N nur spärlich auftretende 
Schnitzwerk. 
Unstreitig den grössten 
Wertkann jedoch eine Thür- 
verkleidung mit naiv aufge- 
fassten, aber virtuos durch- 
geführten Perspectiven, 
schön gegliedertem Aufbau 
und prächtig geformter Be- 
krönungbeanspruchen, wäh- 
rend eine zweite Thüre, ob- 
wohl gefällig proportionirt, 
weniger reich bedacht ist; 
kunstvoll durchgeführte Be- 
schläge zieren beide Objecte. 
Auch an der Thüre ist 
dievielfarbigeIntarsiadasbe- 
vorzugte Decorationsmittel; 
als Fond der Einlegearbeit 
ist Eschenholz gewählt, 
während zu den Einlagen 
Ahorn-, Buchen-, Linden-, 
Oliven-, Nuss-, Kirsch-, 
Apfel-, Birn-, Mahagoni-, 
Palisander-, ja sogar eine 
K. k. Kunstgewerbeschule in Prag, Wandschränkchen, Eichen, Art von Kunstholz Verwen" 
mit einer in Messing getriebenen Füllung, nach dem Ent- det Wufde_ 
wurfe aus der Specialschule des Professors C. Klouöek ausge- Z St - d d 
führt in den Specialschulen der Professoren j. Kastner und _ ur elgerung ' es 6' 
Ewvväk corativen Effectes sind em- 
" zelne architektonische Glie- 
der der Täfelung vergoldet _ wohl eines der frühesten Beispiele der 
Anwendung dieses Ziermittels in Profanbauten - ohne dass dadurch, 
sowie durch die farbenreiche Intarsia der harmonische ruhige Gesammt- 
eindruck des Raumes irgendwie gestört würde. 
Der mächtige Ofen zeigt einen sechsseitig prismatischen, auf weissem 
Grunde mit Darstellungen aus der heiligen Schrift bemalten Oberbau, der 
von Löwen aus rothem Marmor getragen wird. Die über der Vertäfelung 
angebrachten Gemälde haben wenig künstlerischen Wert. 
Die Holzarbeiten des Originals sind vom Meraner Tischlermeister 
Hans Spineider unter Mitwirkung von Meister Hans Rumpfer aus Klausen 
und Nicolaus Dopf aus Brixen um 1583 fertiggestellt worden (Betrag 
der Gesammtrechnung 2605 Gulden 38 Kreuzer), während der Ofen 
von dem I-Iafnermeister Paul Pietschdorfer aus Bozen um den Betrag
	        

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