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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

Coulans, Perlquasten, und schön geschliffene Stahlketten, weil diese auf 
weißen Kleidern nicht schwarzen, getragen." ' 
Vom Jahre 1788 wird aus Paris am n. April über „Nippes von neuester 
Mode" geschrieben (Seite x94) und dabei werden folgende Arten von Uhren 
genannt: 
„I. Damensuhren in Form eines Herzens, emailliert oder blos von Gold. 
Man kann also wirklich im Wortverstande jetzt von unseren Damen sagen, 
daß sie a coeur ouvert gehen. 
2. Achteckige Uhren, oder a l'Octogone. 
3. Montres a Regulateur; dieß sind Doppeluhren, wo vorne die ordent- 
liche Uhr mit ihrem Zifferblatte, und auf der Rückseite eine Magnetnadel 
mit einem Sonnenzeiger Gerade für die Uhren 
angebracht ist. herrschte im ganzen XVL, 
4. Die meisten Uhren ' XVII. und XVIII. Jahr- 
sind jetztaP Aurore email- hundert immer ein gro- 
liert, nemlich die Rückseite ßes Interesse, wenn auch 
stellt eine kleine braune mehr vom technologisch- 
Landschaft mit einem ro- mechanischen Standpunkt 
senfarbnenMorgenhimrnel, aus und mit der jenen Zei- 
an welchem einzelne zer- ten eigenen Zuneigung zu 
streute diamantene Stern- Kuriositäten. So schreibt 
chen glänzen, vor." das „Journal des Luxus 
Als die Formuhren und der Moden" im Jahre 
große Mode wurden, also 1795 (Seite 506 HI), daß das 
imletztenVierteldesXVIII. XVI. Jahrhundert bereits 
Jahrhunderts, wußte man Abb. 4,. Goldene emaillierte Ringuhren kannte. Pater 
noch genau, daß bereits ähombäschgFomgh'(äamm' Schott aus dem Ende die- 
früher einmal solche sel- uns äcifäki}, usm ses Jahrhunderts erwähnt 
tene Formen beliebt waren. eine Uhr, die in einem 
Ringe steckte und an Karl V. verkauft wurde. Ferdinand VI. von Spanien hatte 
im Knopfe seines Stockes eine Minutenuhr, von Julien-le-Roy verfertigt. Der- 
selbe König trug auch eine Garnitur Rockknöpfe mit einer kleinen Uhr in 
jedem Knopfe. Zum Teil hatten die Uhren der zweiten Hälfte des XVII. Jahr- 
hunderts seltsame Gestalten, als Eicheln, Muscheln und Mandeln. 
Noch in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts erhielt sich die Vor- 
liebe für die seltsamen Formen. So sagt Keeß in seiner wertvollen und so 
überaus fleißigen „Systematischen Darstellung der neuesten Fortschritte 
in den Geweben und Manufakturen" (Wien 1830, II, Seite 559): „Es gibt 
mancherlei künstliche Uhren zum Beispiel in der Gestalt eines Korbes und 
dergleichen mehr." Allerdings ist auch aus der Wahl und dem Dekor der 
Formen mehr oder minder genau die Zeit zu erkennen, in der dieselben ent- 
standen sind. Gerade der von Keeß erwähnte Korb gehört zu dem beliebten 
sentimentalen Inventar des Spätempire und der Biedermeierzeit, wo wir ihn 
auf den Neujahrskarten so oft finden, mit Blumen gefüllt, von Schmetter- 

	        

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