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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

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Bei der eiförmigen goldenen Vase (Abb. 40, Höhe 4-3 Zentimeter), 
durch deren beide Henkel die Ketten gehen, welche an der oberen Kante 
der runden Sockeltrommel in Ösen eingreifen, ist die obere Hälfte 
abnehmbar und diente zur Aufnahme eines Riechschwammes. Die Uhr 
ist in der Trommel eingelassen, mit einem Spiegel im Innern, gegenüber 
dem (anonymen) Zifferblatt. Die Flächen der Eiform sind mit einfach 
gravierten und emaillierten Feldern bedeckt, das Rund des Sockels umzieht 
eine emaillierte Ranke in opaken und transluziden Schmelztlüssen. Auch 
die Standfiäche des Bodens ist verziert, und zwar mit einem gravierten 
Blumenkorb. Hier darf man wohl an Genf denken. Einfache, aber recht 
geschmackvolle Formen haben zwei Uhren, von denen die erste rhom- 
bisch gestaltet ist (Abb. 42, Höhe 5'1 Zentimeter), während die andere 
als Medaillon gebildet ist (Abb. 43, Durchmesser 4 Zentimeter). Jene ist im 
Zifferblatt und Werk, das sich im Innern befindet, mit: „Frs. Veigneur 
 
Abb. 55. In Gold gefaßte Formuhr als Fernrohr (Sammlung der Frau Dr. Cvustav Blech, Wien) 
N1 4673" signiert. Die äußeren Flächen sind geschickt und geschmackvoll 
mit blauem, rotem und weißem Email dekoriert; das Mittelstück der einen 
Seite bildet ein rundes Medaillon mit einer Rose; auf der andern erblicken 
. wir im runden Feld ein weißes Lamm. Der Schmelzschmuck des Medaillons 
ist ebenso eigenartig wie hübsch, es erscheinen beiderseits auf den breiten 
Flächen gravierte und weiß emaillierte Chinoiserien in der Art der Stiche des 
Pillement, zierliche Figürchen, Pagoden und gravitätische Kraniche. 
Der runde Korb (Abb. 44, Durchmesser 3-5 Zentimeter) läßt sich beim 
Deckel öffnen, das Werk ist leider anonym. Doch ist die Verzierung des 
Deckels, der in malvenfarbigem Emailton ein Korbgeflecht imitiert und mit 
blauen Streifen sowie weiß-goldenen Blüten bemalt ist, so überaus delikat 
und gut, daß man wiederum an Paris denken möchte. Das Motiv der Blüten 
auf dem Korbgeflecht entstammt übrigens der ostasiatischen Kunst. 
In ganz verwandter Weise ist die zweite Korbuhr dekoriert (Abb. 45, 
Länge 3'7 Zentimeter, Höhe 2'! Zentimeter); auf dem schwarzen emaillierten 
Deckel zeigen sich gravierte und teilweise weiß bemalte Früchte und 
Blumen. Die feine Korbfiechtimitation findet sich diesmal am Boden. Die 
Uhr liegt unter dem Deckel.
	        

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