MAK

Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

nicht nur glänzend zu kom- 
ponieren, sondern auch sei- 
nerFarbe eine eigene dunkle 
Glut einzuhauchen ver- 
stand. Eines seiner besten 
Riesenbilder, der aus kaiser- 
lichem Besitz stammende 
Triumph der Ariadne, hat 
nun im großen Hauptsaal 
des unteren Belvederes 
gegenüber von Klingers 
Christus im Olymp seine 
Aufstellung erfahren. Allen 
Makart -Verächtem und 
Klinger-Verehrern ist damit 
eine glänzende Gelegenheit 
geboten, ihre Kunstansich- 
ten zu modifizieren. Hein- 
rich von Angeli hat der 
Staatsgalerie ein unter 
Amerlings undMakartsEin- 
fiuß stehendes Frühwerk, 
das Bild seiner Frau, leih- 
weise überlassen. Die unge- 
heuer feste Modellierung 
des Kopfes und der Hände und die freie Gewandbehandlung fallen auf das 
angenehmste auf. Von dem Canon-Schüler Viktor Stauffer ist als Leihgabe 
des Künstlers die im ]uli 1916 in Schönbrunn gemalte eminent charak- 
teristische Naturstudie zu einem vom Ministerium für Kultus und Unterricht 
bestellten Porträt Kaiser Franz Josephs ausgestellt. Wenig befriedigt das 
 
W. Trübner. Der Landwehrofüzier 
neuerworbene Mädchen mit Rosen von Anton Romako, einem Maler, dem_ 
gelegentlich - namentlich in kleineren Naturaufnahmen - überraschende 
malerische Wirkungen gelungen sind. Er konnte sich aber von der scharfen 
Konturzeichnung, von der süßlichen Gegenständlichkeit der Darstellung und 
einer falschen Genialitätssucht nicht befreien und so haftet seinen größeren 
Werken zumeist etwas Halbes, Dilettantisches an. Wichtig hingegen ist die 
Erwerbung von zwölf großen Bleistiftzeichnungen von Gustav Klimt, von 
denen vier ausgestellt sind. Viel besser als seine etwas bunten, allzu dekora- 
tiven Gemälde zeugen diese ganz einfachen Blätter mit dem wundervoll 
reich fiießenden, erotisch gefühlten Kontur, mit der genialen Erfassung der 
Bewegung und dem harmonischen Zusammenschluß der Glieder von dem 
bedeutenden Talent des Künstlers, in dem zukunftbefruchtende Keime liegen. 
Eine Ehrenpflicht für Wien war die würdige Vertretung Feuerbachs 
in der österreichischen Staatsgalerie. Ihr ist die neue Direktion nun mit ihrer
	        

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