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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

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In den Heldenhainen sind die Namen der Gefallenen in irgend einer 
würdigen, künstlerischen Weise zu verewigen. Das ist eine selbständige, in 
ihm jeweils zu lösende künstlerische Aufgabe, bei der davor zu warnen ist, 
daß die Ideenverbindung mit altdeutscher Baumverehrung zu einer Alter- 
tümelei in den Kunstformen führe. Die Idee der I-Ieldenbäume hat Anklang 
gefunden, nicht weil sie altdeutsch ist, sondern weil sie so deutsch ist, daß 
sie auch noch neudeutsch ist, weil sie unserem lebendigen Gegenwarts- 
Verhältnisse zur Natur entspricht. 
Neben der Verwirklichung von Langes Vorschlag der Baumpflanzung 
für jeden Gefallenen, die ja erst nach Jahrzehnten eindrucksvoll werden kann, 
bleibt der berech- 
tigte Wunsch be- 
stehen, uns selbst, 
die Eltern, Gatten, 
Geschwister und 
Kinder derGefal- 
lenen, deren per- 
sönliche Ehrung 
in voller tiefer 
Wirkung erleben 
zu lassen. Auch 
dafür kann der 
Gedanke, den 
Baum zur Denk- 
malgestaltung 
wesentlich zu ver- 
wenden, frucht- 
bar gemacht wer- 
den: wenn man Entwurf zu einem Soldatenfriedhof innerhalb eines bestehenden Friedhofes von 
schon bestehgndg Klemens Holzmeister, aus dem Werke „KriegsdenkmäleW des Vereines „Deutsche 
alteI-Iaine, Baurn- Kennt. 
gruppen und Einzelbäume durch absondernde Einhegung in Verbindung mit 
Namenstafeln und Inschriften zu Kriegerdenkmalen gestaltet, wie dies der 
deutsche und der österreichische Heimatschutz wiederholt mit Nachdruck 
angeregt und vertreten hat. Böcklins Gemälde „Das Heiligtum des Herakles" 
mag als Anreger solcher Denkmale gelten. Durch solche Anlagen würden 
wir auch wertvolle Naturdenkmale bewahren. Besonders feinsinnige Ent- 
würfe danken wir da G. Wolf in Sensburg. 
Das Bestreben nach Verinnerlichung und Einfachheit der Denkmal- 
gestaltung, wie es in der Heranziehung der Natur sich äußert, hat aber auch 
bei der Schaffung von Kunstdenkmalen wieder Geltung erlangt. Uberblickt 
man die große Reihe von Vorschlägen und Entwürfen dieser Gesinnung, so 
sieht man einerseits die Anwendung volkstümlicher, überlieferter, örtlich 
besonderter Gestaltung, anderseits das Streben nach einfachen Formen von 
 
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