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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 1 und 2)

IV 
HALM ä GOLDMANN. Mit einer Kollektivausstellung Paul Paeschkes (Berlin) 
führte der Kunstsalon Halm 8: Goldmann einen deutschen Graphiker vor, der gerade 
für die Wiener Anregungen und Ausblicke bietet. Die bei uns so vorwiegende detaillierte 
Gegenständlichkeit, welche dem Dargestellten den Vorrang vor der Kunst der Darstellung 
läßt, besitzt immer eine starke Tendenz zum Dilettantismus. Die Zahl jener ist groß, die 
eine ansprechende Vedute, einen Ausschnitt aus einem Stadtbild, mit feiner Beobachtung 
niederzuschreiben wissen, wie sie ihn vor der Natur sehen. jene aber sind selten, die ein 
Stück Natur durch ihr Temperament hindurch anschauen, durch einen persönlich geführten 
Stih darzustellen vermögen. 
Ein solcher ist Paeschke, der im modernen Leben der Großstadt, im Gedränge fest- 
licher Veranstaltungen zu verweilen liebt und dieser Vielheit der Erscheinungen gewachsen 
bleibt. 
Die Art, wie er das Flüchtigste festhält und das stationäre Detail zu wiederholen ver- 
schmäht, zeigt Temperament und Persönlichkeit: 
Er geht der so gefährlichen Konkurrenz mit der photographischen Kamera bewußt 
aus dem Wege und faßt nur das Wesentliche, dem eine suggestive Wirkung eigen ist. 
Das ist ein glücklicher Standpunkt, der den Unsrigen zumeist gänzlich fehlt und der 
darum auch nicht von vielen nach Gebühr geschätzt werden dürfte. 
KLEINE NACHRICHTEN Sie 
ZWEI HANDBÜCHER ÜBER KUNSTGEWERBE. Die „Bibliothek m: 
Kunst- und Antiquitätensamnxler" (Verlag von R. C. Schmidt 8: Co. in Berlin), der 
wir schon mehrere wertvolle Verößentlichungen in handlicher und gediegener Form 
verdanken, hat uns mit einem Bande über „Alte Stoffe" von Professor Paul Schulze, 
Konservator der königlichen Gewebesammlung in Crefeld, neuerdings eine wertvolle und 
dankenswerte Gabe geboten." 
Da in Otto von Falkes „Kunstgeschichte der Seidenweberei" nicht nur die letzte 
umfassende Behandlung des erwähnten Gebietes, sondern ein Werk von hervorragender 
Bedeutung vorliegt, war es gerechtfertigt, sich diesem möglichst eng anzuschließen." 
Von Falkes Werke selbst haben wir schon im Jahrgange 1914 dieser Zeitschrift 
(Seite aoo ff.) eine eingehendere Besprechung gebracht; immerhin konnten wir bei dem 
Umfange und der Bedeutung der Arbeit natürlich nur wenige Punkte hervorheben, die uns 
aus diesem oder jenem Grunde besonders wichtig erschienen; ebenso wird es auch anderen 
Referenten ergangen sein. Es kommt weiteren Kreisen darum gewiß sehr erwünscht, wenn 
sie nun in dem oben angeführten Werk Schulzes über einen umfangreichen Auszug aus 
Falkes Arbeit zugleich mit reichem Bildermateriale verfügen. Falkes Arbeit ist ja schon 
wegen des Preises und Umfanges Vielen nicht zugänglich. Und es ist nicht Jederrnanns 
Sache, sich durch alle die Polemiken, die sich bei Falkes eindringlichen und umfang- 
reichen Forschungen ergeben haben, hindurchzuarbeiten, wenn es dem Forscher und 
Nachprüfenden natürlich auch immer von Wert sein wird, festzustellen, wie weit Falke 
mit früheren Ansichten übereinstimmt, wie weit er ihnen widerspricht. Einige Andeutungen 
hat Schulze auch in dieser Hinsicht gemacht; vor allem sucht er aber den Hauptinhalt 
des Falkeschen Werkes möglichst klar herauszuziehen. . 
Mag der Kenner von Falkes Werke auch die eine oder andere Kleinigkeit lieber 
hinzugefügt oder weggelassen sehen, so sind das eben nur Kleinigkeiten?" im großen 
"' „Alte Steife. Ein Leitfaden für Sammler und Liebhaber." Von Professor Paul Schulze, Konservator 
der königlichen Gewebesammlung in Crefeld. (Berlin, Rich. Carl Schmidt l Cm, 1917.) 
m" „Kunstgeschichte der Seidenweberei" von Otto von Falke, Berlin, 1913. 
m" Um irgend ein Beispiel zuzuführen, verweisen wir auf das Sudarium des heiligen Victor in Sens 
(Abb. 43), das man als neuerlich wieder umstritten vielleicht besser nur dann angeführt hätte, wenn neue Beweise
	        

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