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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

erblüht ein Rosenbusch mit weißen Rosen. Vor ihr kniet ein junges Weib 
mit anbetend gefalteten Händen. Über ihr schwebt eine Gestalt in Grau mit 
dem Kelch, über dem in einer Strahlenglorie die Hostie sichtbar ist. Die 
drei letztgenannten Gruppen stehen auch untereinander in Beziehung, da 
durch die einer jeden beigegebenen Attribute M Herz, Kreuz und Anker - 
Liebe, Glaube und Hoffnung verkörpert sind. Das Bild über dem Altar trägt 
die Signatur: A. Hess. Da dieser Name sowohl zu dieser Zeit als auch im 
XVII. Jahrhundert öfter in Preßburg vorkommt, kann Hess wohl ein Preß- 
burger Maler gewesen sein. Sein Werk dürfte aber wahrscheinlich auf 
Donnersche Skizzen zurückgehen. Daß Donner sich auch in Entwürfen für 
bildliche Darstellungen betätigte, dafür haben wir wenigstens einen Beleg, 
einen Kupferstich in dem erwähnten Werke des Matthias Bel, die Apotheose 
des Königs Matthias Corvinus darstellend, von Andreas und Josef Schmutzer 
nach einer Zeichnung von Raphael Donnerfi Echt Donnerisch sind die reizen- 
den Putten in der ersten Gruppe; ein gleichfalls von Donner mit Vorliebe 
gebrauchtes Motiv ist der Engel, der Maria stützt (zum Beispiel Pieta von 
Gurk). Auch in unserer Kapelle haben wir ein Seitenstück dazu in einem 
der Predellenreliefs, das Christus am Ölberg darstellt. Auf demselben zeigt 
der Engel, der gleichfalls herabschwebend Christus stützt, entschiedene 
Verwandtschaft mit dem stützenden Engel des Deckenbildes. 
Die Laterne weist außer einem gemalten Scheinfenster keinen bildlichen 
Schmuck auf. Nur dort, wo sie der Kuppel aufsitzt, lugen zwei plastische, 
geflügelte Engelköpfchen in die Kapelle hinab. 
Dieser prächtig ausgestattete Innenraum bildet den würdigen Rahmen 
für die Glanzstücke desselben, den Altar, die beiden großen Leuchter 
und dasEsterhäzy- 
Denkmal. 
Die Nische 
gegenüber dem 
Eingange wird 
von dem Altar, 
der Grabstätte des 
Heiligen, einge- 
nommen, der ohne 
eigentlichen archi- 
tektonischen Auf- 
bau bloß durch 
seinen reichen 
Figuralen Schmuck 
1' Vgl. „Georg Ra- 
phael Donner, Ausstellung 
von Werken des Meisters", 
Wien x893, Verlag der 
Gesellschaft der bildenden 
Künstler, Seite 9x. Predellenrelief vom Altar: Die Grablegung 

	        

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