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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

scheinlichkeit für sich. Die An- 
nahme aber, daß dekorative Mo- 
tive, wie sie der obere Teil des 
Leuchters zeigt, nur für die ita- 
lienische Renaissance charakteri- 
stisch, nicht aber barock seien, 
ist nicht ganz zutreffend. Der mit 
Weinranken umsponnene Stamm 
findet sich zum Beispiel gerade 
in Preßburg bei einem Barock- 
werk, das vielleicht sogar Raphael 
Donner sehr nahe steht, einer 
Figur im Stiegenhause des Rat- 
hauses. 
Auch weisen die Leuchter 
so viele verwandte Züge mit an- 
deren dekorativen Motiven auf, 
die in der Kapelle uns entgegen- 
treten, daß es mir wirklich un- 
möglich erscheint - und ich habe 
sie daraufhin unzählige Male an- 
gesehen _ sie nicht als sichere 
Werke Donners zu bezeichnen. 
Als Füße dienen Kugeln, wie sie 
in gleicher Form beim Gitter des 
Eingangstores verwendet sind. 
Der Unterteil mit den Engeln hat 
spezifisch Donnerschen Charakter 
wie nur irgend eines seiner Wer- 
ke. Die Blumen- und Blätter- 
dekorationen des Fußes wie des 
Oberteiles haben stets ihr voll- 
kommen gleiches Seitenstück an 
irgend einer anderen Stelle der 
Kapelle. Die Blumensträuße, wel- 
che das Mittelstück zieren, zeigen 
die gleichen Blumen und Blätter 
in derselben Ausführung wie 
die Girlande des Altars. Die aus 
herabhängenden Blätterbüscheln 
gebildeten Girlanden an den 
Kanten zwischen den Feldern des 
Mittelstückes finden sich ähnlich wieder in den Verzierungen der Pilaster. 
Unter den Blättern der Altargirlande sind auch Weinblätter in der gleichen 
Schaft des rechten Leuchters
	        

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