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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 3, 4 und 5)

-Orchester und einen automatischen Trompeter 
öffnen, wie auch der hohe, zugleich als Fußbank dienende Unterbau sind eben- 
falls eirund. Die obere Platte aus Ahorn, mit vergoldetem Eierstab am Rande, 
ist an Ringen aufzuheben und ziemlich derb bemalt: mit einer romantischen 
Landschaft, Stadtansicht und betendem Jäger. Mährische Arbeit (Höhe 
90 Zentimeter, oberer Durchmesser 62 Zentimeter lang, 46 Zentimeter breit). 
Ein ovaler Ankleidespiegel wird von einem vergoldeten Adler auf aus- 
gebreiteten Flügeln getragen. 
Die Alabasteruhr von Adam Rötzer in Wien ahmt eine antike Stele 
nach. Eine zweite, kleinere sitzt in einer spitzen Pyramide aus Holz. 
Auch das „Metronome de Maelzel 1815" 
ist eine Pyramide. Es stammt von jenem .'...:u_;yni5)m}1 
Wiener Mechaniker Maelzel, von dem das t 
Tagebuch eines alten Wieners meldet, er 
habe bei der Rückkehr des Kaisers Franz am 
27. November 1809 durch ein selbstspielendes 
Aufsehen erregt. Maelzel verstand sich übrigens 
bereits auch auf die Herstellung künstlicher 
Füße mit siebenfacher Biegung des Knies und 
hatte seine Werkstätte zur Zeit des Napoleoni- 
schen Aufenthaltes in Wien auf der Albrechts- 
rampe im „k. k. Observatorium" der Burg. 
Zu wenig beachtet und mit Unrecht unter- 
schätzt wurden bisher die Buchbinderarbeiten 
jener Zeit, die sich keineswegs auf Einbände 
beschränkten, sondern beinahe mit den Möbel- 
tischlern wetteiferten. 
Kleine pultförmige Tintenzeuge aus Holz 
mit Goldbronzebeschlägen, auf Klauenfüßen 
ruhend, werden zugleich in billigerer Buch- "ähüsch mit eufhßbPir" 11mm" 
binderarbeit nachgeahmt. Die zur Grundform Plane (Erzherzog Rainer-Museum) 
benützte Pappe oder Holzfläche ist mit gepreßtem Goldpapier eingefaßt 
und mit verglasten Stickereien gedeckt: wieder dem Adler, zwischen zarten 
Blumengehängen. Klappt man die schräge Platte dieses reizvollen Schächtel- 
chens auf, so liest man auf der Innenfiäche des Deckels „Souvenir" und 
der Grund ist auf blauer Seide mit Blütenzweigen aus zarten, weißen Fisch- 
beinblättern und Perlblüten unter Glas belegt. Handelt es sich auch bei 
diesen Arbeiten, wie bei so vielen jenes arm gewordenen Geschlechtes, um 
Surrogate, so sind sie doch mit beachtenswerter Sorgfalt und Liebe tech- 
nisch tadellos durchgeführt. 
Die Bildnerei dieser Zeit ist durch drei Büsten aus dem Besitze des 
Erzherzog Rainer-Museums gekennzeichnet. 
Eine Bleibüste mit kräftigem Männerkopf, kurzem wirren Haar und einer 
Toga um die Schultern, stammt von „Joh. Schaller Fecit 1811" (Höhe samt 
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