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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

die Formstücke von den Theilen ab, so kann man bemerken, ob ein Theil 
seine gehörige Gestalt habe. Bei dieser sowohl, als der ersten Art zu formen, 
bleibt noch das Ausschmelzen des Wachses und Ausbrennen der Formen zu 
bemerken, und beides bewirkt der Ofen unter dem Rost. Es wird daher erst 
in diesem Ofen ein gelindes Feuer angemacht, wodurch das Wachs flüssig 
wird, aus den Luftröhren abfließt und in Gefäßen aufgefangen wird. Hier- 
durch entsteht zwischen Mantel und 
Kern ein leerer Raum, den der Guß mit 
Metall ausfüllt. Der Brei, woraus die 
innere Fläche des Mantels bei der äußeren 
Form entstand, nimmt alle Eindrücke des 
Wachses an; nach diesem bildet sich 
das Metall und stellt die verlangte 
Statue dar. Bei den Formstücken gilt 
eben dieses." Martius macht darauf 
aufmerksam, daß diese Methode, welche 
bereits 1703 geübt wurde, im Jahre 
1798 neu erfunden und im Jahre 1800 
zuerst wieder von Rousseau geübt 
wurde und, ohne daß man von diesen 
Vorarbeiten und der Sprengelschen 
Beschreibung Kenntnis hatte, in der 
Berliner königlichen Eisengießerei seit 
1815 beim Eisenguß versucht und ver- 
vollkommnet worden istf" 
In diesem Jahre ging der Modell- 
meister der Berliner Gießerei Stilarsky 
daran, die kleine Statue eines Pilgers 
in fettem Sande mit Kernstücken zu 
formen. Das Modell von Schadow war 
aus Wachs, man wollte es durch Aus- 
schmelzen aus der Lehmform nicht zer- 
stören. Stilarsky stellte eine Formmasse 
aus feinem Fürstenwalder Sand her, der 
mit Lehmwasser getränkt war, und zu 
den tiefsten Stellen wurden Lehmkerne verwendet, der Hauptkern wurde 
von Lehm in dem Wachsmodell selbst ausgedrückt und dieses dann aus- 
gehoben. Wenige Jahre früher bei der Vorbereitung des Gusses eines 
Curtius-Reliefs war dem Stilarsky noch nicht gelungen, die Form in dieser 
Weise herzustellen. Auch 1814 wagte man noch nicht, die Schadowsche 
Kolossalbüste M. Luthers nach der neuen Methode für den Eisenguß zu 
" Vgl. auch E. Schott, a. a. 0., ferner Goethe, Anhang zur Übersetzung der Lebensbeschreibung des 
Benvenuto Cellini (IX. Skulptur, x. Erzguß; Hempel 30, 427 B1), und besonders die Mitteilung über den Guß des 
Kaiser Josef-Denkmals von Zauner bei Bertuch „Bemerkungen auf einer Reise aus Thüringen nach Wien im 
Winter x8o5 bis x8o6". Weimar, xBoB, Seite 95 ff. 
Hof in Krain (Krainisches Landesmuseum 
„Rudollinurn" in Laibach)
	        

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