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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

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Sohn, auch durch 
mehrere Generatio- 
nen. Letzteres ist 
auch bei anderen Ge- 
werben der Fall und 
zeigt uns, in welch 
hohem Ansehen die 
Handwerke in frühe- 
ren Zeiten standen. 
Neben den Einheimi- 
schen sind es einge- 
wanderte Zinngießer 
aus den Nachbarlän- 
dern, häufig Italiener, 
welche sich hier nie- 
derlassen, um das 
Gewerbe auszuüben. 
Wenn wir uns die 
erhaltenen Arbeiten 
der Zinngießer be- 
trachten, so sehen 
wir, daß in Böhmen Abb. z. Taufbeckenkranz in der Dekanalkirche zu St. joachimsthal 
auf diesem Gebiete 
Hervorragendes geleistet wurde und sich das Handwerk zu größter Voll- 
kommenheit und Kunstfertigkeit entwickelt hatte. 
Die erhaltenen Arbeiten aus frühester Zeit sind hauptsächlich Tauf- 
becken. Ihr Kessel zeigt größtenteils eine umgekehrte Glocke mit teilweise 
sehr reicher plastischer Verzierung und steht auf drei Löwenfüßen, welche 
durch Fratzenköpfe mit dem Kessel verbunden sind. Der Deckel hat als 
freie Endigung entweder Christus am Kreuze oder die Figur des heiligen 
Johannes des Täufers. Neben den bemerkenswerten Arbeiten haben sich 
viele halbvollendete Taufbecken von geringem Kunstwert erhalten. 
.Die ältesten Taufbecken, von unbekannten Meistern, sind in der Kirche 
zu Königgrätz (1406) und in der Theinkirche zu Prag (1414). Eine schöne 
Arbeit ist das Taufbecken in 
der Kirche von Raudnitz vom 
Prager Meister Tomas (1448). 
Zu größter Blüte gelangte das 
Handwerk in Kuttenberg durch 
Tden Meister Andreas Ptatzek 
(1472 bis 1511) und seine beiden 
Söhne Jakob und Michael. 
Ersterer nannte sich auch 
 
Abb. 3. Sarg der Maria Markety (1698 1') in der Kirchengruft _ _ _ 
zu Neuhaus von dem Neuhauser Meister Gottfried jenisch „Meister der Zlnngießerkunst". 
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