MAK

Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 6, 7 und 8)

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Marke). Sehr häufig finden wir auf Gegenständen beide Marken vereinigt vor 
(Abb. 23, Kuttenberger Marke). 
Eine Ausnahme bilden die Zinngießer in den Städten entlang der 
sächsischen Grenze. Hier finden wir nur das Dreimarkensystem angewendet, 
wahrscheinlich Einiiuß des Nachbarlandes. Sachsen war ein großes Absatz- 
gebiet für die nordwestböhmischen Zinngießer; dort war das Dreimarken- 
system vorgeschrieben. Das Dreimarkensystem besteht aus der Marke mit 
dem Stadtwappen, der Marke mit dem Meisterzeichen und der Feinzinn- 
marke (Abb. 24, Schlaggenwalder Marke). 
Vom Jahre 1732 angefangen finden wir auf den erhaltenen Arbeiten 
fast durchwegs das Dreimarkensystem. 
Die aus minderwertigem Zinn (größerer Bleizusatz) angefertigten 
Arbeiten mußten als solche besonders gekennzeichnet werden, und zwar 
mit „Prob Zinn" (Abb. 25, a, b, c]. 
DIE STADTMARKE. 
Als wichtigste Marke für die Bestimmung eines Gegenstandes dient 
die Stadtmarke. In der Stadtmarke finden wir das Stadtwappen zur Gänze 
oder nur zum Teil verwendet, bei ähnlichen Stadtwappen zur Unter- 
scheidung mitunter den Anfangsbuchstaben des Stadtnamens, von 1732 
angefangen meistens noch den vollen Stadtnamen. 
Ähnliche Städtemarken finden wir in Kuttenberg, Schlaggenwald, 
Schönfeld und St. Joachimsthal, und zwar Hammer und Schlägel. 
Schlaggenwald und Schönfeld haben bis 1732 Hammer und Schlägel 
in der Meistermarke verwendet, jedoch als Stadtmarke den gekrönten 
böhmischen Löwen, und sind nur durch die Zinngießernamen zu unter- 
scheiden (Abb. 24). Vom Jahre 1732 angefangen hat der gekrönte böhmische 
Löwe Hammer und Schlägel in den beiden Vorderpranken (Abb. 26). 
Schlaggenwalder Zinngießer verwenden nach diesem Jahre vereinzelt nur 
Hammer und Schlägel, jedoch umgeben von zwei Palmen- oder Lorbeer- 
zweigen und der Königskrone (Abb. 27). 
St. Joachimsthal hat in der Stadtmarke nebst Hammer und Schlägel 
noch die Anfangsbuchstaben des Stadtnamens (Abb. 28). 
Kuttenberg führt Hammer und Schläge] in einem kartuschenartigen 
Schild (Abb. 29) oder das Schildchen fällt weg und an dessen Stelle treten 
zwischen die gekreuzten Stiele kleine Ringelchen (Abb. 30). 
Hammer und Eisen finden wir in der Stadtmarke von Petschau (Abb. 31, 
a und b). 
Häufig dient als Stadtwappen in Böhmen der doppeltgeschwänzte 
Löwe mit oder ohne Krone. Als Unterscheidungsmerkmal enthält die Stadt- 
marke den Anfangsbuchstaben des Stadtnamens (Abb. 32, Stadtmarke von 
Königgrätz, Abb. 33, Stadtmarke von Jungbunzlau). Vereinzelt kommt als 
Stadtmarke nur der Anfangsbuchstabe des Stadtnamens vor (Abb. 34, aund b),
	        

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