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Full text: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

Fabrik später wegen Verkauf und Umbau des Hauses zum Umzuge ge- 
zwungen war, wurde immer wieder betont, daß man in der Nähe dieses 
Platzes bleiben müsse, wenn man nicht großen Schaden erleiden wolle. Um 
es kurz vorweg zu nehmen, hatte die Fabrik ihre Magazine und Verwaltungs- 
räume bis zum Jahre 1803" in dem erwähnten Hause, das inzwischen aller- 
dings den Besitzer gewechselt hatte, und von da ab bis zum Jahre 1840 in 
dem" nicht weit entfernten ehemaligen Lorenzerklosterf" Erst in der letzten 
Zeit des Bestandes, als sich die Grundlagen des Unternehmens vollständig 
geändert hatten, werden wir die Niederlage an einer ganz anderen Stelle 
finden. In Wien befand sich übrigens nicht nur eine Verschleiß- und Verwal- 
 
Abb. 6. „Colorierter Caminteppich [weinroter, schattierter und schwarzer Flor auf gelbem, 
unaufgeschnittenem Grunde mit schwarzen Fransen], 1820", 1h, der wirklichen Größe 
tungsstelle, sondern seit Mitte der Sechzigerjahre auch eine „Filialfabri ". 
Zur Gründungsgeschichte dieser erfahren wir aus einem Protokollauszuge 
60 jahre ganz in Bestand hatte, verkauft wurde, hat die . . . Fabrik Direkzion, die allerunterthänigste Vorstellung 
gemacht, daß es äußerst schwer fallen dürfte, eine Gelegenheit auf den alten Fleischmarkt, oder dessen Gegend 
als die einzige für den Groß Handel gewidmete finden zu können, um die 1c nöthigen geräumige Magazine fir 
die Linzer Fabrik, für die Kassen, Buchbalterei und Comptoir, nebst a Magazinen für die Spiegelfabrik, 
Direkzions, eines Beamtens und Hauß Knechts Wohnungen unterbringen zu können . . ." 
Er denkt deshalb schon damals an das nahe Lorenzergebäude. 
Eine ähnliche Äußerung findet sich auch in Nr. g vorn April 1794. 
In dieser Zeit ist das Haus (als Nr. 740 auf dem Fleischmarkt) im Besitz einer Katharina Edlen von 
Zepharuwich (Zepharovics), mit der man durch Jahre wiederholt verhandelte, um einen von ihr beabsichtigten 
Umbau des Hauses und damit die Nötigung zum Umzug zu vermeiden. (Siehe unter anderm: Nr. 17 vom jänner 
1794; 346 vom Mai 1794; 198 vom Mai 1794 und besonders Nr. 312 vom Dezember 1801, wo die Stelle über 
die Zunahme der Griechen bemerkenswert ist; dann Nr. 25g vom Februar 1802; 501 vom juni 1802, gerichtliche 
Kündigung durch die Zepharovics. Am Fleischmarkt treffen gerade die Ungarn und Siebenhiirger ein, „die am 
meisten von der Fabrik kaufen". 
"' In Nr. 2:1 ex September 1816 teilt die Linzer Fabriksdirektion auf Anfrage der Hoikammer mit, daß 
die „Linzer Wolleuzeug, Tuch und Teppich-Fabriks-Niederlage sich seit Georgy Termin 1803 in ihrem der- 
maligen Lokale des Lorenzer Gebäudes" befinde. 
'"' Eine Zeitlang, aber nur ganz vorübergehend, ist von der Verlegung der Niederlage in die Vorstadt die 
Rede (Nr. 200 vom November 1802). Zur Geschichte des Lorenzergebäudes mögen unter andenn nachgesehen 
werden: Nr. 602 vom August 1805 (wegen Lizitierung), 808 vom Oktober 1806 (desgleichen); 16 vom Februar 1807 
wegen Ankauf durch das Ärar); 34a vom jänner 1817, 827 vom Oktober 1817, 905 vom Februar 1513 und H; 
vom November 181g (wegen Bautälligkeit und Umbau); 320 vom Oktober 1823, 31 vom Februar 1839 (Abtretung 
von Räumen an andere Amter). '
	        
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