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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 9 und 10)

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Jahre 1811 auch Direktor des „Tabak- und Stämpelgefälls" war. So mußte 
denn auch er sich meist in Wien aufhalten und in Linz vertreten lassen." 
Am 15. August desselben Jahres wurde er übrigens zur Anerkennung 
seiner Verdienste um den damaligen blühenden Stand der Fabrik und wegen 
seines klugen patriotischen Benehmens bei der Invasion im Jahre 180g zum 
Hofrate ernannt." Lange jedoch trug er die neue Würde nicht, da er schon 
in der Nacht vom 7. auf den 8. Mai des Jahres 1813 zu Wien verschied. 
Sein Nachfolger wurde Josef (Groß) von Ehrenstein, der seit 1811 Adjunkt 
der Wiener Fabriksniederlage war.""'"" Ehrenstein nahm seinen Wohnsitz in 
Linz, so daß zunächst kein Adjunkt nötig erschienri- Er hatte die Fabrik 
durch einige der schwierigsten Jahre zu führen. Erkrankt, erbat er sich im 
Mai des Jahres 1820 einen Urlaub für Karlsbad, trat den Urlaub zunächst 
aber nicht an, da für Juni ein Besuch des Kaiserpaares angesagt wurde, 
und ihn auch eine dienstliche Reise nach Wien zurückhielt. Im August 
erneute er sein Gesuch, starb aber schon am 27. September 1820 in Linzrl-i- 
Schon kurz nach Ehrensteins Tode wird der Direktionsadjunkt Gottfried 
Katzinger als sein voraussichtlicher Nachfolger genanntrl-"H" am 22. März 
erfolgt dann seine Ernennung durch kaiserliche Entschließung? Aus Er- 
sparungsrücksichten wurde diesmal kein Adjunkt bestellt, jedoch ein eigener 
Tuchmanufaktursbeamter, der damalige Leiter der k. k. privilegierten Lan- 
gischen feinen Tuchfabrik zu Teltsch, Ferdinand Koppler; man erkennt 
also die Wichtigkeit, die dieser Fabrikationszweig für die Linzer Fabrik 
bereits erlangt hat. 
Am 10. Dezember 1830 kam Katzinger bei der Allgemeinen I-Iofkammer 
„um die Versetzung in den Jubilationsstand aus dem Grunde ein, weil er 
- laut des beigebrachten ärztlichen Zeugnisses - wegen körperlicher Ge- 
brechen und Abnahme seiner Kräfte zur ferneren Dienstleistung nicht taug- 
lich sei". o0 Eine Hauptursache seines Rücktrittsgesuches war aber, wie die 
Begleitschreiben uns erkennen lassen, die geringe Beachtung, die seine Vor- 
schläge höheren Ortes gefunden hatten. 
Es waren eben wieder Jahre, wo man sich, besonders seit der ungün- 
stigen Bilanz des Jahres 1824,00" sehr angelegentlich nicht nur mit dem 
Gedanken einer Einschränkung der Fabrik befaßte, sondern auch mit der 
Frage, ob es besser wäre, sie zuveräußern, zu verpachten oder aufzulösen. 
x Nr. 136 vom Mai 1812. November-Protokoll (Wien) Nr. 3 und 4. Als Linzer Direktor erhielt er weiter- 
hin 2o00 H. statt, wie bis dahin, 3000 H. 
i" Nr. 330 vom August 1811. 
"" Nr. 452 vorn Dezember 1811. 
1' Nr. 512 vom Dezember 1813. 
H Nr. 245 vom Oktober 1820. Gesuche: Nr. 17 vom Mai und 792 vorn August 1820. 
TH Nr. 6 vom Dezember 1820. 
o Nr. 543 vom April 1821. Er wird wohl irrtümlich statt Gottfried auch Gottüeb genannt. Er erhielt 
3000 B. Gehalt, einstweilen aber nicht den Regierungsratstitel (Nr. 755 vom März 1821). 
'" Nr. 30 vom März 1831. Er ist am 1. April 178g als Manipulant bei den k. k. Steuerreguliemngs- 
geschäften angestellt worden, seit 1. März 1790 bei der Linzer Fabrik, seit 30. März 1821 deren Direktor. Zur 
Zeit des Gesuches ist er 62 Jahre alt. 
m" Vgl. die kaiserliche Entschließung Nr. 224 vom Jänner 1827.
	        

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