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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

iden Admonter Meister. Die unge- 
scheint nur die Lokalisierung richtig zu sein. Die Skulptur weist eher manche 
Züge auf, die an das XIII. Jahrhundert erinnern; es dürfte sich aber wohl 
um ein retrospektives Werk vom Anfang des XVI. Jahrhunderts handeln. 
In den Beginn des XVIII. Jahrhunderts führen uns zwei kleine holz- 
skulptierte süddeutsche Kriegeriigür- 
chen. Interessant ist ein hölzerner 
bayrischer Crucifixus des Rokoko, 
der sich offenbar an ein spätgoti- 
sches Werk anlehnt. Vor allem aber 
sind zwei große polychrome Holz- 
statuen des heiligen Sebastian und 
des heiligen Rochus. die aus der 
Pfarrkirche in Egervar bei Steinam- 
anger stammen, zu nennen. Hoch- 
altar und Kanzel der Kirche sollen 
von derselben Hand reich geschnitzt 
sein. Der um {760 tätige Künstler 
dürfte in die unmittelbare Nähe des 
Josef Thaddäus Stammelf" der von 
1726 bis 1765 für das Stift Admont 
tätig war, gehören. Wahrscheinlich 
war er ein direkter Schüler dieses 
bedeutendsten Barockplastikers der 
österreichischen Alpenländer. Die 
plastisch vollrunden Gestalten der 
Budapester Figuren erinnern vor 
allem in der edlen Formauffassung 
und in der Führung des Profils an 
heuer lebhaft geschwungene Bewe- 
gung ist von großer Kraft des Aus- 
drucks und dekorativer Silhouetten- 
wirkung. 
Die Plastik des XX. Jahrhun- 
derts ist durch einen Bmnzeguß der Schule des J. Th. Stammel, n" heilige Sebastian 
Richard Strauß-Büste Lederers und 
durch eine Kleinbronze Aristide Maillols vertreten. Der sitzende weibliche 
Akt Maillols ist ungemein reizvoll in der leicht koketten Bewegung und von 
jener wundervollen Rundung der Formen, die den I-Iauptreiz der Werke 
dieses Künstlers ausmacht. 
Unter den Neuerwerbungen nehmen weitaus den größten Raum die 
Gemälde ungarischer Künstler des XIX. Jahrhunderts ein. Ministerialrat 
Petrovics hat es sich zum Programm gemacht, diese Abteilung seines 
i" Vgl. Anton Mayr, „Die Werke des Plastikers J. Th. Stammel", Wien, xgm. 
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