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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

"Pin; 
predigt" beschreibt er diesen Kelch genauer und nennt auch den Namen 
seines Meisters, des Kunz Wels. 
„Ich muß hie vnsers großen Kelchs gedencken j darzu die hochgeborne 
Fraw Margaretha vom Hassenstein vnd Litzko Burggreuin zu Meissen j 8: 
heimlich ließ 50 taler geben j welchen der berümpte künstler Cuntz wels j 
diser Kirchen zur letzt vnd gerechtnuß machet j vnd am fuß j Christum 
am Creutz j vnnd die Tauff j Absolution Matth. 9. vnd das Abendmal j 
hoch vnd künstlich triebe j vnd an die hülsen die vier Evangelisten inn 
Thier gestalt j frey von der hand schnitte j vnd die kappe am corpus mit 
amelierten vnd geschmeltzten angesichten j vnd schönwn gesprengen 
kleydete vnd schmückete j welchs neben dem patenlen j auff welches der 
saluator punctioniert j sehr lustig zu sehen ist!" 
Nachdem auf diese Weise feststand, daß der Meister Welcz ein 
Joachimsthaler Künstler war, dem also unbedenklich die Weihnachts- 
medaille zugeschrieben werden kann, 
lag die Frage nach weiteren Werken 
von seiner Hand sehr nahe. Außer 
der ebengenannten Medaille mit dem 
Monogramm C W gibt es nun noch 
eine zweite, mit demselben Zeichen, 
ein bisher unbekanntes und unediertes 
. . Werk, die das Kaiser Franz Joseph- 
fljbä-dz-r zu Nllißzßiäßmflunc; Zgßlflaungil de; Museum zuTroppau soeben erworben 
o ' a n Troppauäge" ' g m" hat, ein Silberguß (Abb. 4 und 5) mit 
dem Tod der Lukretia (das Mono- 
gramm ist auf dem Sockel sichtbar) und dem St. Georg. Eine dritte endlich, 
angeblich mit demselben Künstlerzeichen, ist im „Kunst- und Medaillen- 
katalog" von Dr. Eugen Merzbacher (München xgoo, auch Fiala-Donebauer 
Nr. 4310) unter Nr. 270 beschrieben, ist 1543 datiert und zeigt die Göttin 
Luna. Sie ist mir leider noch nicht zu Gesicht gekommen und es besteht 
außerdem die Möglichkeit, daß die beiden Buchstaben nicht ligiert sind und 
unrichtig C W statt G W gelesen wurden; dann gehört das Stück unter die 
Arbeiten eines zweiten Joachimsthaler Medailleurs G W, dessen Gepräge 
stilistisch von den Schaupfennigen des C. Welcz abweichen und dessen 
signierte Medaillen - es gibt deren einige -- Fiala mit der eben genannten 
Weihnachtsmedaille des Welcz irrtümlich zusammengeworfen hat. 
Anderseits ist aber anzunehmen, daß die beiden angeführten Medaillen 
des C. Welcz nicht die einzigen Werke dieser Art von seiner Hand sind 
und auf Grund genauen Vergleiches ergibt es sich mit Gewißheit, daß 
wir ihm eine stattliche Anzahl von weiteren Joachimsthaler Medaillen zu- 
schreiben dürfen, die Fiala einem von ihm konstruierten „Meister mit der 
  
" Georg Loesche „Ißhann Mathesius. Ein Lebens- und Sittenbild aus der Reformaüonszeit", z Bände, 
Gotha, 1895, II, Seite 144i und G. Loesche „Johann Mathesius. Ausgewählte Werke", II, Wien-Prag, Tempaky, 
1897, Seite x55 I.
	        

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