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Volltext: Monatszeitschrift XX (1917 / Heft 11 und 12)

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Die Theoretiker des XIX. jahrhunderts haben förmliche Vorbilder- 
sammlungen angelegt, die mitunter, wie das bekannte „Ideen-Magazin", 
gleichzeitig mit Text in mehreren Weltsprachen herausgegeben wurden 
und auf eine eifrige Benutzung durch Baulustige schließen lassen. 
Sie verhüllen nicht die unmittelbare Absicht, ihre Zeitgenossen direkt 
zu beeinflussen und für eine allgemeine Verbreitung gewisser Typen einzu- 
treten. 
Einie solche typische Ausbildung erhalten beim Wohnbau Portale von 
Miethäusern, Fensterbildungen in der Mitte von Fassaden (nach dem 
sogenannten Palladiomotiv), Giebel über Mittelrisaliten, dann wieder Klein- 
Marienbad, Ferdinandsbrunnen, vor dem Umbau 
bauten, Gartenhäuser etc. etc. Man kann wohl auch bei den soeben 
besprochenen baulichen Aufgaben der Brunnentempel und Kolonnaden von 
gewissen Typen sprechen, die wir in ganz Österreich und Deutschland bei 
verwandten Aufgaben wiederkehren sehen und denen sich auch Baukünstler 
wie Schinkel anschlossen (Aachen, Elisenbrunnen). 
Trotz dieser Typisierung, trotz dieser offenbar beabsichtigten Beein- 
flussung von zentralen Püanzstätten aus, ist dem persönlichen Empfinden 
der Baukünstler immer noch Spielraum geblieben, um eine Einfühlung in 
lokale Verhältnisse, in die Terrainformation, in die umgebende Natur und 
dadurch Abwechslung zu bringen. 
Allerdings muß dabei betont werden, daß der allgemeine Baucharakter 
der Neubauten damals zumeist ein so einfacher, schmuckloser war, daß dort, 
wo der Zeitcharakter allein maßgebend blieb, wie bei neuen Straßenzügen,
	        

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