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Full text: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 1 und 2)

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Jahre 1175 ein Silberschmied „Fridericus argentarius", vielleicht beide 
Mönche, als Urkundenzeugen genannt. Die nächsten Nachrichten bringen 
uns mehr als 150 Jahre später die Rechnungen des Landschreiberamtes 
von Steiermark und dem Ennstale, die uns erzählen, daß am 31. Mai 1332 
der Grazer Goldschmied Johannes für ein Gebetbuch weiland des Herzogs 
Otto gewogene 3 Mark, der Grazer Goldschmied Paulus gewogene 2 Mark 
6 Lot und der Grazer Goldschmied Wurczlinus gewogene 3 Mark 6 Lot, 
beide für weiland der Gemahlin Herzog Ottos gemachte, nicht benannte 
Arbeiten erhalten haben. Wieder 70 Jahre später, von 1402 bis 1404, sehen wir 
„I-Iertlein den Goldschmied" als Stadtrichter in Graz tätig und im Jahre 1468 
gestattete Kaiser Friedrich III. „dem Goldschmied Jörgen Amelunkh zu 
Graz mit allen Kaufmannswaren ein Jahr lang gegen Entrichtung von 
Maut und Zoll Handel zu treiben". 
Auch aus den kleinen, abgelegenen Städtchen des Landes sind uns aus 
dieser frühen Zeit Goldschmiednamen erhalten geblieben, und zwar aus 
Pettau einer vom Jahre 1311, aus Judenburg je einer aus den Jahren 1360, 
1398 und 1486 und einer aus Bruck vom Jahre 1467. Judenburg soll im 
XIV. und XV. Jahrhundert tüchtige Siegelstecher, das waren damals durch- 
wegs gelernte Goldschmiede, besessen haben. 
Dies sind fast die ganzen nennenswerten Nachrichten über steirische 
Goldschmiede aus dem Mittelalter. 
Erst in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts werden die über dieses 
Handwerk erhalten gebliebenen Aufzeichnungen reichlicher und wir haben 
von dieser Zeit an in den Ausgabenbüchern der steirischen Landschaft, 
dann in den Jahrbüchern der kunsthistorischen Sammlungen des Aller- 
höchsten Kaiserhauses und in den Akten des Statthaltereiarchives in Graz 
wahre Fundgruben nicht nur für Goldschmiednamen, sondern auch für 
viele interessante Mitteilungen über angekaufte größere Goldschmied- 
arbeiten. Wir werden uns hier nur mit den Gegenständen beschäftigen, bei 
denen auch die Erzeuger angegeben sind. Die erste diesbezügliche Nachricht 
Endet sich in den Ausgabenbüchern der steirischen Landschaft vom Jahre 
1552. Dort steht eingetragen: „Den 12. Tag Aprils im 1552. Jahr bezahlt ich 
Achazen Khoppenjäger, Goldschmid und Bürger zu Gräz, umb daß er einer 
ehrsamen Landschaft ain Khopf oder zwei gepussert und gemacht, welche 
Khunig Maximilian verehrt sullen werden, 3 t? 4 ßü." Von diesem Meister 
erfahren wir aber auch noch aus]. Wichners „Kloster Admont in Steiermark 
und seine Beziehungen zur Kunst", daß er im Jahre 1558 für den Abt Valentin 
zwei mit Silber beschlagene Gürtel um 23 t? 4 für und einen silbernen Becher 
um 7 17 2 [i 1 A? geliefert hat. ' 
Eine andere sehr bemerkenswerte Aufzeichnung ist in den Jahrbüchern 
der kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, 15. Band, 
enthalten. Regest 11826 vom „24. März 1553, Graz" meldet, „König Ferd. I. 
ernennt in Anbetracht der Erbarkeit, Schicklichkeit, Erfarnheit und Kunst, 
damit uns Ulrich Schwaiger und seine Gebrüder, nemblich Gregor, Clement,
	        

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