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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 1 und 2)

Angaben entnehmen, war er dann, angeblich wegen des für ihn und seine 
Familie schädlichen Klimas, mit einer guten Kundschaft versehen von Lai- 
bach nach Graz übersiedelt, wo er als Meister um Aufnahme in die Innung 
ansuchte, die ihm aber verweigert wurde, da er in Laibach, wo damals noch 
keine Goldschmiedeordnung bestand, kein Meisterstück gemacht hatte und 
weil ohnehin in Graz zu viele Goldschmiede wären, von denen mancher 
wegen des schlechten Geschäftsganges seine Tage im Hospital beschließen 
mußte. Schmiedhuber appelliert schließlich an den Kaiser und sagt in seiner 
Bittschrift in der derben Art der damaligen Zeit: Es seien auch andere Gold- 
schmiede, zum Beispiel H. C. Khändlmayr, ohne Meisterstück in die Innung 
aufgenommen worden und daß so 
viele Meister ins Hospital kämen, 
seien nicht die große Zahl der 
  
Bartholomäus Zwickhl, lnnungsbecher der Weizer Gexber, Seiten- und Bodenansicht, M, der natürlichen 
Größe (Kunstgewerbemuseurn im "josnneum" in Graz) 
Meister und die zu geringe Arbeit schuld, „sondern ihr liederliches Leben, 
so sie mit fressen und saufen zu gebrach ". Er mußte schließlich in die 
Innung aufgenommen werden und ist am 22. September 1676 gestorben 
und bei St. Andrä begraben worden. 
Ein anderer, noch interessanterer Streitfall spielte sich zwischen der 
Innung und dem Bartholomäus Zwickhl, später Bürger und Goldschmied 
in Graz, ab. Auch hier geht der längere Zeit andauernde Streit bis zum 
Kaiser und endet mit dem Siege des Meisters über die Innung. Er hat in 
Cilli das Goldschmiedhandwerk erlernt, wo keine Goldschmiedeordnung 
bestand, und ist gleich damach nach Graz gekommen, wo er bei Wolf 
Dietrich, Hans Marckh und zuletzt bei H. Ch. Freydenstein als Geselle in 
Arbeit gestanden ist. 
Da er des letzteren Stieftochter heiraten wollte, hat er nach der 
Meisterschaft gestrebt, ist aber von der Innung auf spätere Zeit vertröstet
	        

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