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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

haften, ihrer Neigung zur Repräsentation, hat den Museen den Charakter 
von großen Magazinen gegeben. Da ist, unübersehbar, Ding an Ding gereiht, 
in streng wissenschaftlicher Ordnung, jedes einzelne von irgend welchem 
Interesse, Dokument irgend welcher historischer Tatsachen, eine Fülle von 
Seltenheiten und Kostbarkeiten. Der jüngsten Epoche aber genügt das nicht. 
Ist ihr geistiges Schaffen nicht so sehr auf die Tatsachen als auf das Wesen 
gerichtet, strebt sie in ihrer Stellung zur Welt über das bloße Erkennen 
hinaus zum intensiven Ergreifen, gehen die Forderungen mehr vom Indivi- 
duell-Ästhetischen zum Sozial-Ethischen, so kommt diese Wandlung des 
Geistes auch bereits in der Gestaltung einiger neuerer Museen zum Aus- 
druck. Diese Museen - und wenn sie noch nicht in voller Ausbildung da 
sind, ist ihre Verwirklichung doch dringend zu fordern - sind in ihrem 
Abb. z. Das Märkische Museum zu Berlin. Große Halle mit kirchlicher Kunst 
Wesen lebendiger, 
aktiver, sie geben 
keine Aneinander- 
reihung von Ein- 
zeldingen, sondern 
sind ein organisches 
Gebilde, das Abbild 
einheitlicher An- 
schauung, sie sind 
weniger auf die 
Mitteilung sachlich 
historischer Tat- 
sachen als auf die 
Erregung mensch- 
lich - künstlerischen 
Fühlens eingestellt. 
Diesen Zielen ent- 
spricht zunächst die 
Auswahl des Inhal- 
tes: Die Zahl der 
Gegenstände soll 
beschränkt sein, 
jeder Gegenstand 
muß lebendige Be- 
deutung haben. So- 
dann die Art der 
Aufstellung: Die 
Dinge dürfen nicht 
als tote Erinnerun- 
gen dastehen, kalt 
in eine fremde Um- 
gebung verbannt,
	        

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