MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

museen waren ja in früheren Zeiten der Schrecken jedes feinfühlenden 
Besuchers, weil sie im krausesten Durcheinander ein wusthaftes Gerümpel 
darboten. Daß es früher auch im Märkischen Museum nicht besser war, 
möge durch Abbildung 1 einen drastischen Beleg erhalten. Daher war man 
schon einen entscheidenden Schritt weiter, als man begriffen hatte, daß 
es sich bei der Errichtung eines Museums überhaupt um eine organi- 
satorische und künstlerische Leistung handelt. Eswaren hauptsächlich 
zwei verschiedene Lösungen, die man dann zunächst für diese Aufgabe fand, 
ich möchte sie als die romantische und die technische bezeichnen. Die 
romantische Aufstellung bot, wie die Künstlerateliers jener Zeit, ein 
malerisches Arrangement. die Gegenstände wurden zu dekorativen Grup- 
pen zusammengetan, aus deren dunklem Gesamtton sie nicht herausfallen 
durften, und die so erstrebte „Stimmung" wurde noch durch eine die alten 
Stile imitierende Raumgestaltung gehoben. Im Germanischen Museum zu 
Nürnberg und im Münchner Nationalmuseum hat dieser Museumsstil seine 
charakteristischeste Anwendung gefunden. Das Gegenteil stellt die heute 
zumeist noch angewandte technische Art der Aufstellung dar. Hier sind in 
einem stilistisch neutralen Raume die Gegenstände nebeneinandergereiht, die 
Aufstellung erfolgt zumeist mit gutem, aber nüchternem Geschmack, das 
Ganze hat etwas Kaltes und Starres, ist typischer Ausdruck einer sachlich- 
 
Abb. 5. Das Märkische Museum zu Berlin. Rokokoraum mit Berliner Porzellan
	        

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