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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

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"als deutsche oder niederlän- 
dieser 1602 mit anderen Weihgeschenken zur Erinnerung an die Befreiung 
Großwardeins dem Kloster Einsiedeln stiftete," ein Reiterstandbild. Bisher 
hat sich eine Reiterstatuette des Deutschmeisters noch nicht feststellen 
lassen. Doch glauben wir, in einer kleinen Büste, die in mehreren Varianten 
im habsburgischen Besitz und 
sonst vorkommt," eine ver- 
kleinerte Nachbildung jenes 
Gerhardschen Modelles aus 
dessen Werkstatt zu erkennen. 
Die rechte Schulter ist nämlich 
in einer bei der Büstenform 
ganz unmotivierten Weise hoch- 
gezogen. Man muß daher an- 
nehmen, daß der Arm erhoben 
war und die Hand etwa den 
Kommandostab oder die Zügel 
hielt; auch scheint die Feldbinde 
auf eine militärische Aktion zu 
deuten. Die vorzügliche Arbeit, 
die wir hier nach einem in Düs- 
seldorfer Privatbesitzw bei-ind- 
lichen, sehr guten Exemplar ab- 
bilden (Abb. 24), reiht sich in 
ihrer einfachen, ungekünstelten 
Art zwanglos in das Werk Ger- 
hards ein. Sie paßt durchaus zu 
dem Kopf des Hans Fugger 
und anderen Porträtarbeiten des 
Meisters, die wir später zu be- 
sprechen haben. Das Exemplar 
des I-Iofmuseums wird zurzeit 
dische Arbeit geführt. 
Noch in Gerhards Zeit muß 
der Plan und die teilweise . 
Ausführung des monumentalen Abb. 29. Hubert Gerhard, Epitaph des Erzgießers Martin 
Grabdenkmals fallen, das der Frey in der Frauenkirche zu München 
Deutschmeister gleich anderen auf ihren Nachruhm bedachten Großen 
"' Hirn, a. a. 0., Seite 89'. 
"' Zwei Exemplare im Hofmuseurn: von Schlosser, „Werke der Kleinplasük in der Skulpturensammlung 
des Kaiserhauses", Band I, Wien xgxo, Fig. 14. Eine andere in den Kunstsammlungen des Hauses Esle: 
H. I. Hermann in der „Zeitschrift Tlr bildende Kunst", XVII, xgoü. Seite 99. - Schlosser stellt sie als nahe 
verwandt zu den rund 3c Zentimeter hohen Büsten des Erzberzogs Albert und seiner Gemahlin Isabella, deren 
Köpfe in Bronze gegossen sind, während das Übrige aus gelbiichem Alabaster gearbeitet ist: a. a. 0., Tafel XXXIX. 
"" Direktor Paul Pastor, vorher bei A. S. Drey, München. Höhe übereinstimmend mit dem Wiener 
Bilstnhen 13 Zentimeter.
	        

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