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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

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niederländischen Bologna-Schüler Francavilla zuschreiben": Dieser Typus 
ist jedoch auch Gerhard nicht fremd; er läßt sich zum Beispiel an der 
Wertach des Augustusbrunnens und dem Bronzeengel der Michaelskirche 
konstatieren. Bei der Kleinplastik Gerhards, für die wir noch kein sicheres 
Spezimen besitzen, dürfen wir ohnehin eine zierlichere F ormengebung vor- 
aussetzen. Die Übereinstimmung in der rustikalen Auffassung des Motivs 
läßt Buchwald die Gruppe Mars und Venus mit Recht für eine Variante 
der Kirchheimer Brunnenplastik halten. Darüber hinaus finden sich aber 
auch in der Behand- 
lung der Einzelformen 
so viele Parallelen zu 
Gerhards sicheren Ar- 
beiten, die massiven 
Hände, die gichtknoten- 
artigen Verdickungen 
der Gelenke an den 
Zehen, das in einzel- 
ne Locken aufgelöste 
Haar, das charakteri- 
stische Hinüberziehen 
des obersten Augenli- 
des und anderes mehr, 
daß der früheren Zu- 
schreibung an Gerhard 
doch größere Berech- 
tigung zukommen dürf- 
te als der neuen. Wei- 
tereArbeiten Gerhards 
aus seiner Innsbrucker - 
Zeit, insbesondere sol- 
che aus Silber, an der 
Hand des hier dar- 
gelegten historischen 
Materials aufzufinden, 
muß zukünftigen spe- 
zielleren Forschungen 
überlassen werden. 
Es bleibt uns noch 
übrig, auf Gerhards 
Tätigkeit für München 
seit seiner Übernahme 
in die Dienste des 
Deutschmeisters einen 
" A. a. 0., Tafel 35 und 36. 
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Abb. 33. Hubert Gerhard, Die Vinus (München, Bayrisches National- 
museum)
	        

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