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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 3 und 4)

jener des Museuinsdirektors G. Pazaurek über den „Hurra-Kitsch", wirft ein Streif licht auf 
die momentane Lage. Die Massenerzeugung hat auf allen Gebieten des nicht vom Gebrauchs- 
bedürfnis und vom Zwecke restlos erüillten Erzeugnisses, also auf jenem des schmückenden, 
veredelten Ziergegenstandes, eine sehr verderbliche Bahn betreten. Nur die Anspannung 
und Konzentrierung aller Kräfte, denen ja der Werkbund seine Entstehung und seine Ziele 
verdankt, kann das Steuerruder in die Hand jener zurückbringen, die hier allein Abhilfe 
schaffen können. 
An Versuchen und Bemühungen, welche die Möglichkeit eines guten Resultates 
bewiesen, hat es gerade in Österreich auch zur Kriegszeit nicht gefehlt, wohl aber an 
Erfolgen solcher Bemühungen im Hinblick auf ihr Eindringen in weite Kreise, die immer 
noch verständnislos ihre Auswahl üben. 
Hoffentlich behält der Optimismus des Vortragenden recht, der auch hier eine Wand- 
lung zum Besseren voraussieht und von dem Wirken zweckvoller Organisation erwartet. 
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IEN. VÜRTRAG BOLLE. Der Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz 
in Niederösterreich veranstaltete eine Reihe von Vorträgen, unter denen besonders 
jener des Hofrates J. Bolle hervorgehoben zu werden verdient. Er betraf die Gefährdung der 
Kunstwerke auf Holz und ihre Rettung. Ein ungemein sachkundiger, mit wissenschaftlicher 
Gründlichkeit ebenso wie mit begeisterter Liebe zur Kunst ausgestatteter Gelehrter und 
Praktiker hat sich die Bekämpfung jener so gefährlichen Insektengruppe zur Lebensaufgabe 
gemacht, die Verheerungen unter Bildern und Plastiken angerichtet haben und viel zu 
wenig beachtet werden. Das ungemein eingehende Studium des Lebens dieser Zerstörer, 
ihrer Verbreitung und Vermehrung zeitigte in dem tüchtigen Chemiker zugleich die 
Entschlossenheit, alle Mittel, die erreichbar sind, zur Bekämpfung dieser Lebewesen auf- 
zubieten und so große Kunstwerke vor dem Untergange zu behüten. Es ist ihm dies in 
vielen Fällen gelungen und wird seiner Hingabe an diese wertvolle und domenvolle Tätigkeit 
hoffentlich noch öfter gelingen. Sie verdient um so mehr in das Licht der Öffentlichkeit 
gerückt zu werden, als wenige ahnen, wie weit verbreitet und gefährlich für den Bestand 
an Kunstgut die Vernachlässigung dieser Angelegenheit ist. Die zahlreichen und vor- 
trefflichen Lichtbilder, mit welchen der Vortragende seinen klaren und humorvoll poin- 
tierten Vortrag unterstützte, mußten in jedem Freunde der Kunst einen sehr nachhaltigen 
Eindruck hinterlassen und zugleich das Gefühl großer Dankbarkeit für die Wirksamkeit 
des vortrefflichen Mannes auslösen. 
MITTEILUNGEN AUS DEM K. K. ÖSTER- 
REICHISCHEN MUSEUM 50' 
ÜRATQRIUM. Seine k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster 
Entschließung vom 26. April d. J. den Kuratoriumsmitgliedem, Großindustriellen und 
Mitgliedern des Herrenhauses des Reichsrates Artur Krupp und Paul Ritter von Schneller 
taxfrei die Würde eines Geheimen Rates allergnädigst zu verleihen geruht. 
EU AÜSGESTELLT: Im Säulenhof des Österreichischen Museums wurden im 
März und April aus den Besitzständen der Bibliothek neu zur Schau gestellt: eine 
weitere Serie der indopersischen Originalillustrationen zu „Harnzah-Nameh" (XVI. Jahr- 
hundert]; Originalentwürfe der k. k. Wiener Porzellanmanufaktur aus der Blütezeit der 
Fabrik unter Sorgenthal und Niedermayer (x785 bis 182a); Farbentafeln aus dem Pracht- 
werke von Molinier über die schönsten französischen Möbel und Bronzen aus der Zeit 
Louis XIV, XV und XVI nach den Originalen im Louvre und in Versailles. 
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