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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

lichen Bezeichnung des Berufes die wahren Gegenbeispiele zu der Unvor- 
nehmheit neuerer Bestattungssitten bieten. Unter solchem Gesichtspunkte 
kann man in der zweiten Hälfte des. XVI. Jahrhunderts und im Anfange 
des XVII. Jahrhunderts, 
in der Zeit des Eklekti- 
zisten Jakob Weinmann, 
eine Verwilderung der 
Kunst finden, nicht aber 
im Barock, dessen gute 
Arbeiten auf einer ganz 
anderen Linie stehen. 
Neben den Epitaphien 
haben die übrigen Er- 
zeugnisse des Nürnberger 
Rotschmiedgewerbesbis- 
her wenig Beachtung ge- 
funden. Dieses „große 
Abb. 5. Bügelschraube (Samm- 
lung Wallraff) 
weitläufige Handwerk", 
um ein offiziöses Wort 
von 1593 zu gebrauchen, 
hat auf den verschieden- 
sten Gebieten Bedeuten- 
des geleistet. Man ver- 
gleiche zur Orientierung 
das Inventar eines Rot- 
schmiedladens von 1529 
(im Stadtarchiv Nürn- 
berg)"lundeinen265]ahre 
späteren Preiskurantf" 
Vor kurzem ist durch 
eine Veröffentlichung in 
 
dem „Jahrbuch der königlich sächsischen Kunstsammlungenßwi deren 
Ergebnisse im Markenverzeichnisse berücksichtigt sind (Nr. 50 und 93), das 
Interesse auf die Gewichtfabrikation in Nürnberg gelenkt worden. Nach 
Roth waren hier die Gewichtmacher schon x4o3 „zünftig". Trechsel gibt 
Seite 560 bei der Beschreibung des Epitaphs des Rotschmiedes Michel Par 
(gestorben X522) an, daß darauf ein großes eingesetztes Gewicht in 
erhabener Arbeit abgebildet war. Auch auf dem Grabe des I-Ians Gscheidt 
will er zwei „eingesetzt? Gewichte gesehen haben, doch handelt es sich 
in diesem Falle, wie unsere Abbildung x zeigt, um Stockgewichte, wie denn 
Trechsels Angaben überhaupt mit leichter Vorsicht zu benutzen sind. 
Die Schlangen- oder V0- 
gelköpfe erinnern an ähnliche 
Motive bei späteren Einsatz- 
gewichten. Von einem Nach- 
kommen jenes Hans Gscheidt, 
jedenfalls dem x573 Meister 
gewordenen Hans dem jün- 
geren, der r593 und 160g 
Geschworner war, rührt ein 
Gewichtsatz her, den das 
Österreichische Museum für 
Kunst und Industrie besitzt. 
x Liber Invenxariorum no. 4 (neue 
no. i), Seite x Hi: Katharina Jorgen Ammans 
seligen Inventarium. 
"i" Vgl. "Mitteilungen aus dem Ger- Abb. 7. Einsatzgewicbt (Ger- 
Abb. 6. Einsatzgewicht (Ger- manischen Museum", 1918. manisches Museum, Nürn- 
manisches Museum, Nürnberg) u" Band VI (1915). berg) 

	        

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