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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

zur Verfügung stellte, „ain messins gießfaß gleich 
einem Pferd" verzeichnet, ebenso wie schon in dem 
dreizehn Jahre früheren Inventar von Kunz Imhoff: 
„In der hindern großen Stuben . . . Ain Messing 
Rößlin" und „In der großen Kammer in ainer Truhen 
von Messing zway groß und ain klain peck. Und 
zway Rößlin." Noch auf Jost Ammans Holzschnitt 
sieht man in der Nürnberger Rotschmiedwerkstätte 
ein kleines Pferd. Die Ringpunze, die sich speziell 
bei der Gruppe der Pferdeaquamanilien findet": und 
ähnlich bei Nürnberger Rotschmiedarbeiten des 
XVI. Jahrhunderts nachzuweisen ist, zum Beispiel 
an der in Abbildung 4 wiedergegebenen Engelskopf- 
schraube, kommt auch bei Einsatzgewichten der 
zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts vor, wo die 
Punzierung ja überhaupt eine große Rolle spielt. Es 
wird eine dankbare Aufgabe sein, an der Hand des 
Markenverzeichnisses die Entwicklung der Punzenmusterkartew zu ver- 
folgen. Sind doch mit den Zeichen in der Regel auch die „Formzige" von 
einer Werkstatt in die andere übergegangen. Der aus zwei Delphinen 
gebildete Griff an dem einen Gewicht des Albrecht Weinmann in Dresden 
(Berling, Tafel 3) entspricht einer Handhabe 
der Sammlung Wallraff (Abb. 5) und kommt 
ähnlich schon an Kronleuchtern des XV. Jahr- 
hunderts vor, zum Beispiel an dem sicher 
Nürnbergischen der Lorenzkirche und an dem 
Exemplar im Rathaus zu Goslarfkiki Die be- 
helmten Männer jenes Gewichtes, wie eines 
anderen im Germanischen Museum (Abb. 6 
und 7), treten ähnlich als Wirbel von Zapfen 
auf (Abb. 8), ebenso wie die häufigeren Meer- 
Weibchen (Abb. 9 bis 12). Köpfe als Schmuck 
des Deckels zeigt schon das frühe Exemplar 
(Abb. r 3), zu dem es im Augsburger Maximilians- 
Museum ein Gegenstück gibt. Ob das letztere 
bezeichnet ist, konnte ich noch nicht nach- 
 
Abb. n. Einsatzgewicht (Ger- 
rnanisches MuseurrhNürnberg) 
3 Vgl. H. Reißerscheidt, „Figürliche Gießgefäße des Mittel- 
alters", „Mitteilungen des Germanischen National-Museums", xgxz, 
Seite 59 und 62. 
'" Eine Abbildung des reich gepunzten Gewichtes auf Burg 
Kreutzenslein findet man in von Walchers Aufsatz über die Küchen- 
geräte daselbst in „Kunst und Kunsthandwerk", X, Seite 15. 
"U" Letzterer ist abgebildet im 30. Vorbilderheft des Berliner 
Kunstgewerbemuseums, Tafel 4. Man vergleiche auch die Hermen 
des Bügels an dem Gewicht von Christoph Schirme: (Abb. g) mit Abb. n. Einsatzgewicht 
Griffen von Kronleuchtern (Abb. 29 und 30). (Germanisches Musgum, Nürnberg) 

	        

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