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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

 
Gürtler" anzusehen. jahrzehntelange 
Kompetenzstreitigkeiten der letzteren 
und der „zinnen Geschmeid- und Knopf- 
gießer" in betreff von Zinnspielsachen 
(„wegen des zinen dockenwercks") 
führten 16:3 zu einer Ratsentscheidung 
(H. 2617), die beiden Parteien „die ge- 
gossenen adler, brustbilder und andre 
schraubenzier" freigab. Es ist nicht klar, 
Am H, wandhaken ob es sich hier um Messingarbeiten han- 
delt. Die Mehrzahl der in den Abbil- 
dungen 20 bis 30 reproduzierten Schrauben dürfte jedenfalls von Rot- 
schmieden herrühren. Das Geschwornenbild des Ringmachers Martin 
Beringer enthält (1704) unter anderm zwei einfache Wandhaken, wovon 
der eine den hier vertretenen Rosettenteller aufweist, und das Meister- 
buch vermerkt 179g neben dem Namen des Georg Rudolf Beck, daß er ein 
„Schraub"enmacher war. Die mit Manschettenscheiben und einem Ring in 
einer Faust" ausgestatteten Schrauben (Abb. 27 und 28) - „Faust und 
Spiegel" und „Ring und Spiegel" sind sie im Preiskurant, unmittelbar nach 
„Bettschrauben mit Blumen", genannt - dienten angeblich zur Befestigung 
eines Bandes, an dem man sich im Bett aufrichtete. Auf die bügelförmigen 
Schraubmuttern (Abb. 29 und 30) wird im Kapitel „Kronleuchter" zurück- 
zukommen sein. 
Unter den älteren Nürnberger Messingblechfabrikaten sind die geschla- 
genen Becken die bekanntesten. Es bedarf noch der Aufklärung, wie das 
Beckschlägergewerbe gerade nach Nürnberg kam. Mög- 
licherweise hängt seine Vorgeschichte zusammen mit der 
im Jahre 1466 erfolgten Zerstörung von Dinant. Von die- 
sem einstigen Zentrum der Messingindustrie zerstreuten 
sich damals die überlebenden „batteurs" nach allen 
Richtungen und die Verschleppung nach Nürnberg könnte 
um jene Zeit erfolgt sein. Doch läßt sich über solche 
Beziehungen erst etwas sagen im Zusammenhang einer 
umfassenden vergleichenden Studie, die im Rahmen dieser 
Abhandlung nicht möglich ist. Stegmannl" hat sich seiner- 
1' Ihre Meisterstücke wurden x743 folgendermaßen festgesetzt: „x. Einen Be- 
schlag an einen Commod-Kasten. [Die Rotschmiede lieferten, wie aus dem Preiskurant 
von 1794 hervorgeht, damals „Glenkerlein an die ComcdkästenW] 2. Ein Reit-Zeug- 
Besehläg. 3. Ein Hirsch-Fänger-Beschläg. 4. Ein Degen-Kuppel-Beschläg. 5. Einen 
Stock-Knoff. ü. Ein Beutel-Beschläg. 7. Ein paar Wandleuchter. Und wenn auch in das 
künffxige, Zeit, und Facon oder Invention noch etwa mehrers zu Meisterstücken taug- 
licher hervor brächte, ein Gem Meister sich ebenfallß davon etwas choisiren dörtfte." 
f" In den Meisterstiicklisten der Rotschmiede 1686 ein „Wandleuchter mit 
einer Faust". Auch an Türklinken - ein Beispiel vom Anfang des XIX. Jahrhunderts 
an einem Meisterhaus in der Rotschmiedgasse - kommt das Faustmotiv vor. Abb. 26. 
"M" „Mitteilungen aus dem Germanischen Museum", 1899, Seite I! E. und Schraube (Sammlung 
Seite x7 n: WallraH) 

	        

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