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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

zeit auf solche Untersuchungen nicht eingelassen, 
seine Arbeit leidet, was ja auch von seinen Möbel- 
aufsätzen gilt, unter der einseitigen Beschränkung 
auf das Material des Germanischen Museums. 
Manche der bekannten Typen scheinen außer- 
nürnbergische Vorbilder mit Gewißheit voraus- 
zusetzen. Wieweit Flandern, wieweit Italien hier 
beteiligt sind, wird sich noch ergeben. Peltzers 
ausgezeichnete wirtschaftshistorische Forschungenl 
eröffnen die Möglichkeit, daß auch Aachen als 
Provenienz für eine bestimmte Gruppe, in deren 
Mittelpunkt eine Jagdschüssel der Wartburg steht, 
in Betracht kommt. Leider ist jedoch der kunst- 
gewerbegeschichtliche Ertrag des Werkes von 
Peltzer verhältnismäßig bescheiden. Den mancherlei 
Urkunden über Zeichenzwang, die der Verfasser an- 
führtf" steht nicht ein Nachweis eines markierten 
Stückes gegenüber. Mag sein, daß die betreffenden 
Marken lediglich für das Rohmaterial, beziehungs- 
weise für Halbfabrikate (Bleche und so weiter) be- 
stimmt gewesen sind. In Nürnberg war es anderseits 
 
_ _ _ _ Abb. 27. 
den Messingschabern zeitweise gestattet, ihre Bleche Scmub, (Sammlung wnhaq) 
unsigniert zu lassenfmi 
Auch an den Nürnberger Becken kommen Marken so gut wie gar nicht 
vor. Das Doppelkreuz, das Stegmann an einem Exemplar des Germanischen 
Museums beobachtet hat, findet sich an einem bei 
der Metallbeschlagnahme in Nürnberg eingelieferten 
Stück wieder. Auf den Epitaphien zweier Nürnberger 
Beckenschläger, die sich auf dem Johannisfriedhof 
erhalten haben (darauf Schüsseln mit Wirbelumbo 
sowie Stern- und Schlingenpunzen), sind keine Zeichen 
angegeben; das Wappen des einen wird kaum An- 
haltspunkte zu Identifikationen bieten. Ich setze trotz- 
dem die Beschreibung von Trechselj weil sie gar zu 
schön ist, hierher: „Auf dem löten (Stein) mit Nr. 1003 
erscheinen ober dem ersten Gesims-Werck, einer 
großen und schönen Tafel, zway in Leviten-Röcke und 
Chor-Hemde gekleidete Engel, in einem zierlichen 
ü R. A. Peltzer, „Geschichte der Messingindustrie und der künst- 
lerischen Arbeiten in Messing in Aachen und den Ländern zwischen Maas und 
Rhein". Aachen 190g. 
t" A. a. 0., Seite 76 und 200, Aachener Bestimmungen über Stempelung 
des Messings (r55u); Seite 93, betreffs Zeichenzwang für Messingwaren aus 
Stolberg, Komelimünsier, Dinant, Namur und Bouvignes (i59i und 1595). 
Abb. 28. Schraube i" Raisverlaß H. 23g (1431). 
(Sammlung Wallraff} 1- Seite 283; vgl. auch Seite 292: Nr. 987. 

	        

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