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Full text: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

Ciceros in der evangelischen Pfarrkirche in Faurndau 
abgebildet. 
Völlige Unklarheit herrscht noch über die von den 
Rotschmieden in Nürnberg gearbeiteten Becken, die, 
nach der Abbildung bei Amman zu schließen, bisweilen 
auch reichen Reliefzierat gehabt haben. Im allgemeinen 
wird es sich um dünn ausgedrehte, glatte Becken ge- 
handelt haben. In den Meisterstücklisten kommt 1748 
als Probe des Leuchtermachers Matthias Hollederer, der 
uns wieder begegnen wird, eine Schale vor. Die gleiche 
Aufgabe wählte ein Geselle x776 und 1772 heißt es 
genauer: „eine Presentir-Schale". 
Wie aus dem erwähnten Inventar des Rotschmiedes 
Amman ersichtlich ist, fehlten, mit Verlaub zu sagen, 
unter den Rotschmiedartikeln der Vischer-Periode 
nicht die „prunz Scherben", das heißt, um auf nieder- 
deutsch mit dem Inventar eines Haushaltes vom Ende 
des XVI. Jahrhunderts in Aacheni" zu reden, wo das 
Keßlerarbeit war, „keupffere (messingene) pißpot". 
Einträchtiglich daneben stehen 152g in Jörg Ammans 
Laden „Landsknechtleuchteim. Solche sind also sicher 
 
  
 
 
Häfen-in 
 
UN. „i, 
__ _ . . . . _ Abb. 32. Altarleuchter 
Nürnberger Fabrikat und die Tradmon, die auch gotische (Sammlung waum?) 
Männleinleuchter für Nürnberg in Anspruch nimmt, hat 
vielleicht nicht unrecht. Es wurde schon ange- 
deutet, daß die Gruppe der Pferdeaquarnanilien 
mit der Ringpunze unter Umständen für Nürnberg 
in Betracht kommt und mit dieser steht in engstem 
stilistischen Zusammenhang der bärtige Leuchter- 
träger der Sammlung Figdor," eine Figur, die 
einer Zuweisung an einen Nürnberger Modelleur 
ernstliche Schwierigkeiten nicht bereiten würde. 
Der zeitlich am nächsten stehende, sicher Nürn- 
bergische Guß des sogenannten Hansel aus dem 
Spitalhofbrunnen bietet zwar keine unmittelbaren 
Vergleichsmomente, doch hat die Gestalt mit den 
schlanken Beinen und der scharf eingezogenen 
Taille eine allgemeine Ähnlichkeit, die über den 
Zeitstil hinausgeht. Die Ringpunze, an sich gewiß 
ein geringfügiges Detail, kommt übrigens auch 
vor an der Figur eines Leuchterträgersi" der 
i" Peltzer, a. a. 0., Seite 13x. 
H Vgl. H. Reifferscheid in „Mitteilungen aus dem Germanischen 
Abb. 33.TischleuchterdesKürschner- Museum" xgu, Seite 6x. 
handwerks in Nürnberg, x627 (Ger- 4'" Abgebildet bei E. W. Braun. "Die Bfßnlen d" Sammlung 
manisches Museum, Nürnberg) Guido von Rhö". 

	        

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