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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

Die dem Ausdruck Hahn wörtlich entsprechende, in Nürnberger 
Preislisten des XIX. Jahrhunderts noch als „Judenhahn" geführte Form, 
die man an einem Brunnen in Dürers Männerbad bemerkt, hat ein 
kleiner Wirbel im Germanischen Museum (Abb. 80). Der Rotschmied 
I-Ians Neidel pflegte, wie sein Epitaph von 1546 (Abb. 79) erkennen läßt, 
solche Hähnchen mit seiner Signatur, dem Pfeil _ das daneben groß 
abgebildete Zeichen besteht eigentlich aus zwei gekreuzten Pfeilen -- zu 
machen. Auch das in dem Hundsaquamanile des Germanischen Museums 
steckende Hähnchen, von dem man freilich nicht wissen kann, ob es 
ursprünglich gerade zu diesem Gießgefäß gehörte, ist bezeichnet, und 
zwar mit einer Hausmarke, eine Art der Signatur, die uns am Anfang des 
XVI. Jahrhunderts in Nürnberg bei den Rotschmieden Hans Haug und 
Hans Parterum begegnet. 
Auf dem kleinen Epitaph im Germanischen Museum, das Bösch in 
seinem Katalog auf Seite 27 als das eines unbekannten Meisters abgebildet 
hat, kehrt die rechts und links vom Leuchter als Marke angegebene Lilie 
darüber als Wirbel des Zapfens wieder, der also die Verkörperung des 
Firmenzeichens darstellt. Auf Grund des alten Inventars von Trechsel, wo 
Seite 272 als Zierat des Steines Nr. 1028 zusammen mit jenem Schildchen 
noch die im Germanischen Museum fehlende Inschrifttafel beschrieben 
wird, ist hier als Inhaber der Lilienürma Hans Kurtz anzusehen, und 
zwar kann es sich nur um den älteren handeln, der 1538 Meister wurde, 
da der jüngere, der erst 1590 das Meisterrecht erlangte, keinesfalls die 
Jahrhundertzahl 15 („starb im 15 . . jar") für sein Todesdatum reserviert 
haben würde. Ein Lilienzapfen erscheint auch in dem 1582 von Andreas 
Herneis gemalten Schützenbildnis des Nürnberger Rotschmiedes Martin 
Hoffmann als Attribut. Der Brauch, den Wirbel gewissermaßen als redende 
Marke zu stilisieren, ist noch im XVII. Jahrhundert bei einem Besitzer 
des Zeichens nachzuweisen, wie ein mit der Marke Nr. 98, c signierter 
Lilienwirbel (derzeit im Handel) beweist. 
ANHANG. 
DIE ZEICHEN DER NÜRNBERGER FLASCHNER. 
x. ADLER, SITZEND: 
Johann Georg Schmieg x826. 
xa. DOPPELADLER. 
Johann Konrad Grübel 176x. 
Konrad Friedrich Böhrer x817. 
2. ANKER: 
Leonhard Müller 17 1 1. 
Johann Andreas Ismeyer x8o3. 
Johann Michael lsmeyer 1854. 
3. AUGE. 
Johann Benedikt Günther 17 36. 
Johann Jakob Albrecht 1814. 
Georg Konrad Frauenberger 1844. 
4. BÄR: 
Konrad Rollner 1841. 
4 a. BAUM. 
Johann Philipp Büchner 1696. 
Johann Adam Reindel 1752.
	        

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