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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 5, 6 und 7)

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UHU: 
Friedrich Hannenberg 1853. 
VOGEL (SITZENDER): 
Michael Lanner 1676. 
Johann Karl Schön 1731. 
WAGE: 
Johann Hollederer 1756. 
Daniel Adam Wimmer 1795. 
Adam Wimmer 1795. 
Friedrich August Sturm 1846. 
. WAPPENSCHILD (MIT B): 
Paulus Bächtner 18 54. 
. WINKELMASS: 
Lorenz Kopp x826. 
. ZEPTER: 
Johann Gabriel Schweiger 178g. 
ZIRKEL: 
Georg Heyder 1826. 
Johann Georg Adam Rempel 1838. 
AUS DEM WIENER KUNSTLEBEN 50' VON 
HARTWIG FISCHEL-WIEN Sie 
TTO WAGNER. Die stärkste und fruchtbarste Persönlichkeit unter den Bau- 
künstlern Österreichs ist mit Otto Wagner aus dem Wiener Kunstleben geschieden. 
Sein Charakterbild ist kein schwankendes,-wenn auch der Parteien Haß und Gunst und 
manchmal auch ein eigenes unbedachtes Wort geeignet waren, es zu entstellen. Sein 
Werk ist ein ununterbrochenes Fortschreiten auf einem von ihm selbst zuerst wohl nur 
dunkel gefühlten, dann immer klarer und selbstbewußter gewählten Weg. Und so sicher 
war er seiner Ziele, daß eine große Zahl von jungen Kräften in seinen Bann gezogen wurde, 
sich um ihn scharte und seinen Ideen und Prinzipien auf vielen Gebieten zum Durchbruch 
verhalf. Keiner war so schaffensfreudig wie er, so stets bereit, mit seinem präzisen und 
eleganten Entwurf bei allen wichtigen Aufgaben des öffentlichen Lebens trotz zahlloser 
Enttäuschungen immer wieder freigebig einzutreten. 
An der spröden Aufgabe der Zinshausbauten ist seine künstlerische Überzeugung 
herangereift; er hat sie aus eigenen Mitteln und auf eigene Gefahr verwirklicht, an ihnen 
seine künstlerischen und technischen Ideen erprobt. Öffentliche Aufträge sind ihm nur 
wenige zugefallen. 
Zum Baue der Hochbauten für die Wiener Stadtbahn kam er durch die Wahl seiner 
Kollegen, deren Vertrauen er genoß. Bei all den großen Konkurrenzen, die ihm Ehrungen 
in Fülle eintrugen, ist die Ausführung anderen zugefallen. Unbeugsam in seiner Gesinnung, 
kannte er nur ein Ziel: sein künstlerisches Glaubensbekenntnis vom Sieg des Materials 
und der konstruktiven Forderung, von der Herrschaft des Zweckes und des modernen 
Fortschrittes der Technik und des Verkehres. Er hat seine Anschauungen in seinen 
Schriften niedergelegt, an seiner Schule und in seinem Atelier verbreitet. Die gründliche 
Veröffentlichung seiner Entwürfe und ausgeführten Werke, die er nach seiner Art auch 
selbst in Szene setzte, hat seinen Namen in der ganzen Welt verbreitet, überallhin, wo es 
strebende Baukünstler gibt. Überall, wo die großstädtische Entwicklung zur Lösung neuer 
architektonischer Aufgaben drängte, war dieser Vorkämpfer für die moderne Großstadt 
ein Ratgeber und lnspirator. 
Der schrolTe und kampfbereite Ton seiner persönlichen Außerungen hat dem Künstler 
Otto Wagner wohl oft erhebliche Nachteile gebracht. Der Baukünstler, der mit fremden 
Mitteln zu bauen, für fremde Bedürfnisse zu sorgen hat, bedarf auch der weltmännischen 
Klugheit; der Feldherr muß auch etwas vom Politiker haben, wenn er Reiche schaffen soll. 
Das Reich Otto Wagners zählte wohl viele Anhänger, die zahlreichsten aber unter den 
Künstlern. So blieben ihm immer wieder nur Stift und Feder für seine weitgreifenden 
Pläne, vielfach zum Nachteil des Landes, in dem er lebte, das er verschönern, mit Kunst- 
werken schmücken wollte und das ihm zumeist nur äußere Ehrungen bieten sollte. 
Gebaut haben dann die Geringeren, die bessere Politiker waren. 
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