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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

an einzelnen dieser Gotteshäuser, die im verwendeten Ornament an 
das Alt-Mazedonische erinnern. Die Schlösser der wohlhabenden Albaner, 
die meist Bajraktare waren, sind Wohnbauten mit Wehrbauten gemischt 
und machen von außen meist einen burgartigen Eindruck. Im Innern 
dieser Anlagen sind schöne Höfe zu finden, die in der Einfachheit 
ihrer Architektur monumental wirken und dabei von prachtvollen Rosen 
überwuchert sind. 
Die Kirchenbauten im südlichen Albanien, in Gegenden, die vor- 
herrschend von Griechisch-Orthodoxen bewohnt werden, dürften wohl aus 
der Zeit der Kreuzzüge stammen, so zum Beispiel in Ochrida, wo sich 
27 Kirchen und Ka- 
pellen aus dieser Zeit 
befinden. Diese Kir- 
chen weisen schöne 
Fresken und Marmor- 
arbeiten auf, sind aber 
jetzt mehr oder weni- 
ger dem Verfall preis- 
gegeben, denn es be- 
steht kein eigentlicher 
Schutz für diese her- 
vorragendenBauwer- 
ke.DerWohnhausbau 
ist bodenständig, denn 
für diesen wird das 
jeweilige Baumaterial I 
verwendet, das in der 1' 
 
betreffenden Gegend Leopold Forstner, Webstuhl aus Prilep (Österr. Museum) 
zu finden ist, zum Bei- 
spiel an der Küste meist Geflecht- und Lehmstakenhäuser, die außen und 
innen einfach mit Lehm verschmiert werden. In ausgesprochen lehmreichen 
Gegenden wird ein Ziegel für den Wohnhausbau erzeugt, der aber nicht ge- 
brannt wird. Mit solchen Ziegeln werden die Häuser und Umfassungsmauern 
gebaut. Die graubraune Farbe dieser Bauten verleiht den Straßen einen 
eintönigen Charakter, zum Beispiel in Tirana, Pekinj, Elbasan und so weiter. 
Wo das Holz vollständig mangelt, wird der ganze Bau aus Stein hergestellt, 
dadurch entstehen niedere schwer-fällige I-Iäuser, die auch meist mit Stein- 
platten gedeckt sind. Noch wären die Wehrbauten (Kulas) zu nennen. Die 
Stadthäuser, hauptsächlich der Mohammedaner, sind meist mit großen Hallen 
und Veranden versehen und in zahlreichen Fällen aus Brettern und Latten 
hergestellt, welche mit einer Putzfläche überzogen sind, verfallen leicht und 
machen dann den Eindruck des Gerippes der höchsten Scheinarchitektur. 
Es würde bei diesem Aufsatz zu weit führen, auf die Inneneinrichtung 
der Häuser einzugehen; die meisten sind in Weiber- und Männerräume
	        

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