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Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

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geteilt, vornehmere weisen große Hallen auf, Empfangshallen, wie die 
der reichen Familie Toptani in Tirana. In einfachen I-Iäusern Findet man 
noch die offene Feuerstelle als Herd für Kochzwecke in Verwendung, in 
vornehmeren, besonders mohammedanischen Häusern zuweilen schon 
ornamentierte Kamine. Die Wandnische spielt im Raume eine bedeu- 
tende Rolle. Die einzelnen Möbel, soweit in besseren Häusern davon ge- 
sprochen werden kann, sind sämtlich eingebaut; Bettstellen gibt es keine, 
denn der Albaner liegt auf seinem Teppich, der Arme direkt auf dem Boden 
oder auf einer Unterlage von Farnkräutern etc. Polster und so weiter werden 
bei Tag immer in einer Truhe verwahrt. 
Von den Erzeugnissen des Kunstgewerbes sind in erster Linie die der 
Weberei zu nennen, eine Tätigkeit der Frauen, die hauptsächlich spinnen, 
wirken und weben, stellenweise auch sticken und dies bis zur feinsten 
Nadelmalerei bringen. Der Spinnrocken ist noch in seiner Urform zu finden 
und häufig mit schönem Kerbschnitt versehen. Der Spinnrocken wird meist 
unter die Rock- oder Schürzenschnur an der Hüfte gesteckt, die Spindel 
wird horizontal in der Hand gedreht. Die Weiber spinnen meist nahe am 
offenen Feuer, damit die feinen 
Haare der Wolle gleich weg- 
gebrannt werden. Auf das Spin- 
nen folgt das Weben, das auf 
horizontalen Trittwebstühlen ge- 
schieht. Ich fand im ganzen fünf 
verschiedene Webstuhltypen, der 
primitivste dürfte wohl der kuzo- 
walachische sein, den ich in Süd- 
albanien gefunden habe; eine 
Type, die ganz von diesem ab- 
weicht, ist der aufrechtstehende, 
wie er in der Gegend von Prizren, 
Veles und Prilep zu finden ist; 
auf diesem werden grobe Ziegen- 
wollsäcke gewebt. Für feinere 
Gewebe, wie Seide und Baum- 
wolle, wird ein besser durch- 
gebildeter Webstuhl verwendet, 
der in jedem albanischen Haus 
zu treffen ist. In der Gegend von 
Tirana ist eine Art des Seiden- 
webstuhles in jedem Hause ein- 
gebaut. Seide wird für Weberei- 
zwecke in den meisten Fällen 
nicht gefärbt, dagegen sehr oft 
Leopold Forsmer, Aus Prilep (Österr. Museum) Baumwolle; mit sehr VlBl GB- 

	        

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