MAK

Volltext: Monatszeitschrift XXI (1918 / Heft 8, 9 und 10)

schick wird Seide und Baum- 
wolle miteinander verwebt. 
Weiters wäre der Silber- 
schmied zu erwähnen, der in 
den nördlichen Teilen Albaniens 
hauptsächlich Filigranarbeiten 
aus Silber, in den Gegenden von 
Elbasan hauptsächlich derberen, 
getriebenen Bauernschmuck, 
teils aus Silber, teils aus Messing 
herstellt. Die Schmuckindustrie 
scheint früher auf einer höheren 
Stufe gestanden zu sein, denn die 
alten Münzgehänge, Filigran- 
ketten, Gürtelschließen etc. zei- 
gen viel mehr echte Konstruktion 
und solidere Arbeit als die heu- 
tigen Erzeugnisse, die einen ge- 
wissen Übergang zu Fremden- 
verkehrsartikeln darstellen, wie 
Zigarettenspitzen, Broschen, Ohr- 
gehänge etc. Q 
Das Töpferhandwerk ist an ß" . 1 
bestimmte Orte, wo sich Ton- 
lager finden, gebunden; es sind 
dies meist Küstenorte, wie zum Beispiel Kavaja. Zur Herstellung benützt 
man allgemein eine hohe Töpferscheibe mit Fußantrieb; zwei Hölzer dienen 
als Werkzeug. Die Formen der Töpferwaren sind auf antike Vorbilder 
zurückzuführen, wie dies auch der Dekor zeigt Frei modellierte Formen 
kommen wenig vor und wenn, so sind das ganz primitive Tierformen. Ich 
spreche nur von einheimischer albanischer Töpferei, denn es findet sich 
dort auch italienische Einfuhrware. 
Eine Sonderheit, speziell in Tirana, ist der Drechsler, der die feinen 
Tschibuks aus Zypressenholz erzeugt, die im ganzen Land verkauft werden. 
Wie die meisten albanischen Handwerker bei ihrer Arbeit sitzen, so sitzt 
auch der Drechsler vor einer zirka 20 Zentimeter hohen und 60 Zentimeter 
breiten Drehbank, ohne Fußantrieb; er bewegt das eingespannte Holz mit 
einem Bogen, dessen Schnur er um das Holz schlingt, und arbeitet daher nur 
mit einer Hand, wobei es ihm möglich ist, die feinsten Formen zu drechseln; 
dies setzt wohl eine ganz enorme Fertigkeit voraus. 
Der Kupferschmied ist meist in den größeren Basaren zu finden und 
erzeugt Wasserkannen, Waschbecken, die bekannten, oft ungeheuer großen 
Anrichtteller und verschiedene gravierte Büchsen und Dosen, die mitunter 
auch in der geschmackvollsten Weise teilweise verzinnt sind. 
 
Leopold Forsmer, Häuser aus Ochrida (Österr. Museum)
	        

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