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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

ANHANG. 
Brustolons Beschreibung der Urne der heiligen Innozentia (heute im 
Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe). 
„Questa uma fu fatta al Veseovo di Feltre per tenere un Corpo Sa" 
racolto, e fu fatto di busso et ebano." Con Parma di Gio. Ant. Polcenigo Ves- 
covo di Feltre. 
Uadornamento di lilivo (rilevo) rotondo; le Figure co Fiorami e fogliami, 
con alchuni marchete di basso rilevo nel convesso, con rimesi di forma di 
perle di Ebano, et poi come si vede, una coroneta d'intorno la Portella alla 
Chinese di rimesso d'ebano e poi la Portella fatto di basso rilievo co anco il 
suo martirio, il tutto perb senza confusione; in alto della Portella vi e una 
gloria piü degradata del disegno, che non sie potuto esprimere come era 
fatto; era poi alli Fxanchi tutta intagliata con üorami gentilli, mä d_i cirniolm" 
la croceta in alto con raggi era di Ebano; la portella si apriva et serava, et 
levabile et sotto poi vi era il Suo Cristallo; fu portata ä Feltre li 20. Maggio 
1715." 
 
DIE DROHENDE VERARMUNG DER WIENER 
KUNSTSAMMLUNGEN 54b VON EDUARD 
LEISCHING-WIEN 51h - 
IE neuen Forderungen der Italiener haben wir nach 
allem, was vorausgegangen ist, kommen gesehen, 
gerade deshalb, weil sie wahnwitzig und der Aus- 
druck eines schrankenlosen Imperialismus sind. 
Es fällt schwer, kaltes Blut zu bewahren und die 
Dinge mit dem rechten Namen zu bezeichnen. 
Das Herz krampft sich zusammen, wenn man 
die langen Listen überblickt. Keine der großen 
Sammlungen Wiens bleibt unberührt, in vielen 
werden nie wieder ausfüllbare Lücken in der 
Reihe der kostbarsten Gemälde, Prunkwaffen und 
kunstindustriellen Meisterwerke entstehen - wenn es den Italienern gelingt 
oder gelänge, durchzusetzen, was sie planen. So weit aber sind wir noch 
nicht, und wenn wir zwar gelernt haben, so manches unmöglich Erscheinende 
hinzunehmen, als ob es nicht anders sein könnte, so gibt es doch Wider- 
stände, die sich nicht einfach zur Seite schieben lassen. 
Von Rechtstiteln bei den gestellten Forderungen kann natürlich keine 
Rede sein. Schon bei dem ersten Streich war die Begründung fadenscheinig 
und rabulistisch genug und ihre völlige Haltlosigkeit ist von berufener Seite so 
i Brinckmann hat irrtümlicherweise das Material, aus dem die Urne verfenigt ist, als das Holz des 
Bruslbeerbaumes (giuggiulo) bezeichnet. 
"W „Cimiolo" wohl lilr „Ciriegiuolxw, Holz der Weichselkirsehe.
	        

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