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fullscreen: Monatsschrift für Kunst und Gewerbe XIX (1884 / 226)

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gewerbeschulen und die gewerblichen Fachschulen, welche dem Unterrichts- 
ministerium unterstehen, so ist die Erhebung des Technologischen Ge- 
werbemuseums zu einer Staatsanstalt doppelt wünschenswerth. 
Das Orientalische Museum, dem eine Subvention von Sooo fl. 
ausgeworfen ist, machtinden letzten Jahren manche rlihmenswerthe Anstren- 
gungen. die Verbindung mit dem Orient und den Export österreichischer 
lndustrieerzeugnisse dahin zu vermitteln. Oesterreich ist, seiner ganzen 
historischen Grundlage nach, mit seiner Culturmission auf den Orient 
angewiesen, und jede Anstalt, welche sich dieser Aufgabe unterzieht, ver- 
dient die volle Aufmerksamkeit des Publicums und der Regierung. Leider 
ist durch die ungarische Eisenbahnpolitik die directe Verbindung mit dem 
Orient so gehemmt, dass nicht einmal ein directer Verkehr mit den neuen 
österreichischen Ländern Bosnien und Herzegowina, ja nicht einmal mit 
Dalmatien möglich ist. 
Aber trotz dieses großen Hindernisses, durch welches für die west- 
liche Hälfte der Monarchie ein directer Verkehr mit dem Orient fast ganz 
ausgeschlossen ist, oder vielleicht gerade deshalb muss man in Wien dem 
Orientalischen Museum und seinen Exportbestrebungen die größte Auf- 
merksamkeit schenken. Je praktischer diese Anstrengungen von Seite des 
Orientalischen Museums gemacht werden, desto besser wird es für das 
Museum selbst sein, und auf desto größere Unterstützung wird es 
rechnen können. 
Aus dem Staatsvoranschlage sowohl für das Unterrichts- als für 
die anderen Ministerien ist nicht zu entnehmen, welche Summen die 
österreichische Staatsregierung für die künstlerische Durchführung von 
Bauten verwendet, welche höhere Zwecke verfolgen, und für jene Bauten, 
bei denen künstlerische Decoration verwendet wird. Denn diese Bauten, 
bei welchen Künstler und Kunsthandwerker verwendet werden, ergänzen 
das Kunstbudget Oesterreichs, und es wird erst durch diese den bethei- 
ligten Kreisen des lnlandes und Auslandes klar werden, welche Summen 
die österreichische Staatsregierung für Kunstzwecke verausgabt. Auch 
wird sich bei eingehenderer Würdigung dieser Abtheilungen des Budgets 
von selbst ergeben, ob und wie unsere Architekten, welche in der tech- 
nischen Hochschule und in der Akademie der bildenden Künste ihre Aus- 
bildung gesucht haben, verwendet wurden. Die Beantwortung dieser An- 
gelegenheit berührt die für Oesterreich so wichtige Frage der socjalen 
Stellung der Architekten in Oesterreich. Dass Oesterreich und 
das Deutsche Reich mit einer Art von geistigem Proletariate zu rechnen 
haben, zu welchem der UeberHuss an Ingenieuren und Architekten ein 
nicht geringes Contingent stellt, ist erklärlich, wenn man bedenkt, dass 
in den Studienjahren 1878-1883 unter den 7814 Frequentanten der 
technischen Hochschule in Wien während dieser Zeit 817 die Bauschule 
besuchten, die nun einer ungewissen Zukunft entgegengehen, weil die
	        
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