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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

Die linke Hand hält wie auf dem Stiche einen Zweig, dessen Blätter die 
Scham bedecken, die rechte einen Apfel. Die Haare sind in der Mitte 
geteilt und fliegen in mächtigen Locken nach rückwärts, ähnlich, aber viel 
reicher als auf dem Vorbilde. Das Gesicht ist dem Apfel in der Hand zuge- 
wendet. Die Formen der Körper der beiden Figuren sind den unserer Figuren 
von Konrad Meit außerordentlich ähnlich, doch ist die Arbeit nicht von der 
hohen künstlerischen 
Vollendung Meits. Vor 
demBaume auf felsigem 
Grunde liegt ein Löwe 
mit mächtiger Mähne 
(auch auf dem Stiche 
Cranachs ist ein Löwe, 
doch in anderer Stel- 
lung). Im Hintergrunde 
Gestrüpp, davor links 
ein liegender Hirsch ge- 
, nau nach dem Stiche 
Cranachs, hinter dem 
Baume ein Schaf ähn- 
lich dem Schafe hinter 
der Eva des Stiches, 
rechts vom Baume eine 
Hirschkuh. Der felsige 
Boden der Gruppe er- 
innert an die Behand- 
lung des Postamentes 
der Eva von Konrad 
Meit aus unserem Be- 
sitze. (Die Höhe der 
Gruppe ist 34'5, die 
Breite 28 Zentimeter.) 
Dem Kreise Kon- 
rad Meits gehören fer- 
ner noch zwei Buchs- 
iiguren aus dem Besitze des Herrn Paul Ritter von Schoeller an, die auf der 
Auktion Spitzer in Paris erworben und in dem Katalog der Sammlung in sehr 
kleinem Formate abgebildet sind (Abb. 8 und g). Beide Figuren sind nackte 
Frauen. Die eine trägt eine Haube. Sie hat den rechten Fuß vor, den linken 
stark nach rückwärts und auswärts gestellt, dreht den Oberkörper nach links 
und wendet den Kopf nach rechts. Die Frau trägt geteiltes Haar und Locken, 
die an den Schläfen herabhängen, die Stirne ist gewölbt, die Augenbrauen 
emporgezogen, wodurch ein schmerzlicher Gesichtsausdruck hervorgerufen 
wird. Die Nase ist kurz und hat an der Spitze einen Knorpel, der Mund ist 
Abb. I0. Adam und Eva im Paradies, Signiert j. P. x5zx (Österr. Museumj
	        

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