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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

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männer zu modellieren, 
und W. von Bode spricht 
anläßlich der Schenkung 
einer solchen Figur aus 
Wachs durch die Firma 
A. S. Drey an die Berliner 
Kunstsammlungen": über 
die Häufigkeit dieses Vor- 
wurfes und daß Cigoli, 
Francavilla und Prospero 
Bresciano solche Arbeiten 
zugeschrieben werden, 
von denen die Berliner 
Bronzesamrnlung schon 
zwei besitzt. 
Die Zurückführung 
der Wachsfigur auf Marco 
Agrate, sagt Bode, beruht 
wohl auf dessen „berühm- 
tem Muskelmann: der Abb. 20. Kampfszene, Eger, um x63o (Österr. Museum) 
großen Männerstatue des ' 
geschundenen heiligen Erasmus, der seine Haut über dem Arm trägt". 
Es wäre wohl einer genauen Untersuchung vorbehalten, nachzuforschen, 
0b sich nicht unter den zahlreichen Muskelmännern solche finden, die mit 
dem unseren stilistisch übereinstimmen und von der Hand des Paludanus 
verfertigt sind, um den Meister auch künstlerisch würdigen zu können. 
Im jahre 1870 wurde durch das Museum ein Relief aus Kelheimer- 
stein erworben mit dem Doppelbildnisse Kaiser Maximilians II. und seiner 
Gemahlin Maria, der Tochter Karls V. (Abb. 15). Die beiden Figuren stehen 
im Profil einander zugewandt unter einem prunkvollen Baldachin in einer 
Landschaft. Der Kaiser mit Schnurrbart und Knebelbart trägt ein kleines 
Barett, eine enge Halskrause, einen gestreiften Rock, geschlitzte Pumphosen 
und legt die Rechte, in der er Handschuhe hält, auf die Balustrade. Die 
Figur ist von der Schulter bis zur Hand teilweise abgeschlagen. Die Kaiserin, 
deren Kopf fast bis zum Halse fehlt, nur das Kinn ist noch sichtbar, trägt 
eine noch zum Teil erhaltene Haube und ist in einem weiten, glocken- 
förmigen Kleide, das beim Halse eng geschlossen ist, und mit gepufften 
Ärmeln dargestellt. Der Baldachin wird von Karyatiden gestützt, die auf 
einer reich geschmückten Balustrade aufsitzen. Vorne an dieser das von 
Löwen fiankierte spanisch-österreichische Allianzwappen. Zwischen den 
beiden Figuren im Hintergrunde steht ein herrlicher Springbrunnen mit der 
Gestalt der Fortitudo als Bekrönung. Rückwärts eine Baumlandschaft mit 
allerlei Tieren: Elefant, Kamel, Hirsch etc. Auf dem Dache des Baldachins 
' „Amtliche Berichte aus den preußischen Staatssammlungen", XXXVII, Nr. 4, Seite 61. 

	        

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