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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

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gespreizt. Der Kopf mit mächtigen, in der Mitte geteilten, auf die Schulter 
herabfallenden Locken ist stark erhoben, so daß die Halsmuskeln weit heraus- 
treten. Das Gesicht zeigt den Ausdruck des großen Schmerzes, die Brauen 
sind aufgezogen, die Augen blicken gegen den Himmel. Der schmerzhaft 
geöffnete Mund läßt die Zähne sehen. An dem mageren Körper treten die 
Muskeln infolge der lebhaften Bewegung stark hervor. Der Lendenschurz 
wird von einem Strick gehalten. Die Figur zeigt eine schöne hellbraune, ins 
Rötliche spielende Patina, auf dem Postament sind Spuren von Farbe erhalten. 
 
Abb. 24. Bethlehemitischer Kindermord, Sizilien, um 1700 (Österr. Museum) 
Die Figur ist wohl die Arbeit eines süddeutschen Meisters, aber eines 
Künstlers, der italienische Kunst eingehend studiert hat, wie wir aus der 
Bildung des Kopfes und des Gesichtes sehen können, die an Mailänder Vor- 
bilder erinnert. 
Die Entstehung des heiligen Sebastian dürfte wohl in das beginnende 
XVII. Jahrhunderts fallen, die starke Drehung im Körper, die Stellung der 
Beine, die Behandlung des Fleisches lassen uns dieses Werk so spät 
datieren. 
Das Österreichische Museum besitzt ferner drei Reliefintarsien aus der 
Schnitzschule des XVII. Jahrhunderts in Eger, von denen ein Spielbrett, das 
von Adam Eck gefertigt wurde, künstlerisch die wertvollste Arbeit ist (Abb. x g). 
Es besteht aus zwei zusammenklappbaren Deckeln aus Ebenholz, das mit 
geometrischen Beineinlagen und Beinknöpfen in den Ecken verziert ist. Die
	        

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