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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

Antlitz. Der Oberkörper ist nackt, die Arme voll und rund, die Finger weich 
und spitz, der Unterkörper von einer mächtigen Draperie umhüllt. Die 
kleinen Engel zeigen malerische Behandlung der I-Iaarlocken und große 
Weichheit in der Wiedergabe des Nackten. 
Von außerordentlicher Kraft ist die perspektivische Wirkung des Reliefs. 
Der große Engel ist senkrecht auf die Bildfläche komponiert, so daß die 
Füße noch in der 
Fläche bleiben, der 
Oberkörper schon als 
Rundplastik gebildet 
wird. Die Wirkung 
des einfallenden Lich- 
tes ist so stark, daß 
der Engel geblendet 
den Kopf nach rück- 
wärts wendet. (Höhe 
31 Zentimeter, Breite 
22 Zentimeter.) 
Bei dem Mangel 
an Reproduktionen 
nach Originalen der 
italienischen Barock- 
kunst aus einerZeit, in 
der der Typus so stark 
entwickelt ist unddas 
Individuelle wenig 
hervortritt, ist es sehr 
schwer, einen Künst- 
ler für dieses Werk 
zu nennen. Am näch- 
sten steht unserem 
Weihwasserbecken 
rakotta in der Esten- 
sischen Sammlung, 
eine Darstellung des 
Schmerzes der Maria, 
auf das Dr. Planiscig 
aufmerksam gemacht hat. Durch Wolken, die von größeren und kleineren 
Engeln belebt sind, bricht der heilige Geist als Taube und sendet seine 
Strahlen auf die Madonna, die im Schmerze zusammensinkend von zwei 
Engeln gestützt wird. 
Dieses Relief ist dem unseren besonders im Hinblicke auf die Kom- 
position sehr verwandt, der Lichtstrahl von oben bedingt die Anordnung 
Abb. 29. Kreuzigungsgruppe, österreichisch, um x75o (Öslerr. Museum) 
ein I-Iochrelief aus Ter-i
	        

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