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Volltext: Monatszeitschrift XXII (1919 / Heft 3, 4 und 5)

vielmehr, wie bei vielen anderen Behauptungen in seinem umfassenden, an 
und für sich überaus verdienstvollen Buche, auch hier aus einer persönlichen 
Vermutung einefeste Bestimmung gemacht hat. Sicherlich ist es Jännickes 
Verdienst, daß er die Marke überhaupt aufgespürt und in seinem Werke auf- 
genommen hat. Unsere Aufgabe wird es sein, die Frage zu prüfen, 0b das 
Porzellan mit der Marke einer Bischofsmütze wirklich nach Würzburg ge- 
hört oder ob wir es mit größerem 
Rechte einer anderen der klei- 
neren süddeutschen Porzellan- 
fabriken zuzuteilen vermögen. 
Man hat beim Anblick der 
Kanne im ersten Augenblick das 
Gefühl, als ob der Porzellan- 
dreher nicht ein anderes Por- 
zellan- oder Fayencestück, son- 
dern eine Zinnkanne als Vor- 
bild benützt hätte. Das Fränki- 
sche Luitpold-Museum inWürz- 
burg besitzt" unter anderem eine 
Zinnkaffeekanne von ähnlich 
ungeschickter Form, welche die 
allergrößte Ähnlichkeit mit der 
Porzellankanne besitzt und in 
ihrem Innenboden eine Engel- 
marke mit dem Namen „Kopler" 
trägt. Sie dürfte ihrer Form 
nach der Mitte des XVIII. Jahr- 
hunderts angehören und ist 
weder Würzburger noch Frank- 
furter Herkunft. Frankfurt hat 
für Würzburg das meiste Ge- 
brauchszinn neben den Erzeug- 
nissen der heimischen Zinngießer geliefert. Leider sind wir bei dem Mangel 
einer erschöpfenden Veröffentlichung über Zinnmarken nicht in der Lage, 
die Herkunft der Zinnkanne festzustellen. Ich glaube aber, dieser Form in 
schwäbischen Sammlungen schon begegnet zu sein. 
Die Porzellankanne ist 0'175 Meter ohne, 0'193 Meter mit Deckel hoch. 
Der (hier nicht mitgemessene) Knauf ist abgebrochen und schon in früherer 
Zeit in Elfenbein ergänzt worden. Der größte Durchmesser des Leibes beträgt 
0'118 Meter. Der stark ausgebauchte Leib geht nach oben in einen trichter- 
förmigen Hals über, an dem eine große, dreieckige, vorn ganz leicht geschweifte 
Schnaube sitzt, die der mit einem kleinen Randstäbchen abgeschlossene Rand 
überbrückt. Besonders der Henkel ist auffallend gebildet. Er ist schlangen- 

	        

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